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Müsste ich meine CD Sammlung auf zehn Stücke
reduzieren, das Erstlingswerk der vier Norweger hätte seinen Platz sicher. Mit Fug
und Recht wird "In The Nightside Eclipse" als eine der wichtigsten und einflussreichsten Black
Metal Scheiben der zweiten Generation angesehen. Und gleichzeitig lenkten Ihsahn, Samoth und
Co. das eingerostete Schiff der Schwarzmetaller-Gemeinde wieder auf einen neuen Kurs. Denn nach den
zahlreichen, sich oft wiederholenden Veröffentlichungen der Szene, war es an der Zeit für etwas Neues.
Dass ausgerechnet ein paar "Teenies" aus Telemark den Alteingesessenen zeigen sollten, wo Thors Hammer
hängt, überraschte sicher nicht nur tief in der Materie verwurzelte Zeitgenossen.
Doch die musikalischen und songschreiberischen Fähigkeiten der beiden Wunderkinder Ihsahn und Samoth ließen selbst
kritischste Beobachter rasch verstummen.
Technisch perfekt gespielter, komplex und anspruchsvoll komponierter Black
Metal, der eine infernalische Geschwindigkeit aufnimmt, prasselt auf den
verdutzten Hörer ein. Eingängige Gitarrenriffs zelebrieren ein meisterliches
Wechselspiel mit gezielt eingesetzten sphärischen Keyboardklängen, weit entfernt vom
aufdringlichen Geklimper, wie heutzutage von manch drittklassiger Neo-Black-Metal Combo zu hören. Hier passt einfach
alles zusammen, alles ist perfekt durchdacht, alles auf ein Ziel ausgelegt: Dem
Hörer eine Gänsehaut erster Güte zu bescheren.
Songs wie "Cosmic Keys To My Creations & Times", "I Am The Black Wizards"
und "Inno A Satana" um nur einige zu nennen, sind Meilensteine in der Geschichte
der Schwarzkunst und werden wohl auf ewig unerreichbar bleiben.
Auch der Klang der Platte ist bemerkenswert klar und satt, obwohl das Epos
ebenfalls in den berühmt berüchtigten Grieghallen Studios aufgenommen wurde.
Eigentlich ein Garant für hölzernen BM-Sound à la Darkthrone (deren ausgesprochene Klasse
ich damit nicht leugnen möchte). Aber Pytten schaffte es mit einem angemessen
Soundgewand der Produktion etwas wahrhaft Großes zu verleihen. Ein Schatz im Dickicht des Veröffentlichungswaldes.
Ein Werk, das auch nach dem 100sten Hören nichts von seiner Magie einbüßt.
Zwar schafften es EMPEROR in der Folgezeit, ihr Können immer noch ein bisschen zu steigern, die Produktionen
noch bombastischer und ausgefeilter klingen zu lassen, doch das Debut bleibt aufgrund seiner Einzigartigkeit und
seiner Funktion als Vorbild für etliche Nachahmer unerreicht.
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