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Wenn Bands ihre Demos ins Netz stellen, hat dies meistens zwei Gründe: Erstens tun sie das, um den Namen zu
verbreiten beziehungsweise "endlich" Anerkennung für ihre Taten zu bekommen oder weil alle gepressten
Exemplare ausverkauft sind. Gernotshagen scheinen offensichtlich beiderlei Probleme bekannt zu sein und so
stellte die Truppe ihr erstes Demo namens "Infintum Malum" auf deren Homepage bereit. Drei volle Songs
inklusive beigelegtem, ausdruckbarem Cover können bei Interesse kostenlos heruntergeladen werden. Ob es
sich jedoch lohnt, sich das Demo per Internet zu holen, erfahrt ihr im weiteren Verlauf der Rezension.
"Melodic Dark Metal" schreiben sich Gernotshagen auf die Fahne, demzufolge sind raue Produktion, mächtige
Gitarrenwände, abwechslungsreiche Vocals sowie schön nach vorne preschende Drums (denn wer will schon
während des Hörens einschlafen?) nicht vorhanden, was erstmal keine Sympathiepunkte bei Old-School-Lunatics
oder Suicidal-BM-Fans bringt. Doch selbst die Melo-BM-Fraktion ist Gitarrenlastigeres und vor allem besser
Arrangiertes gewohnt, vor allem "Malum Infinitum" und "Nacht des Raben" wirken stellenweise unangenehm
unausgegoren. Höhepunkte bleiben aus, meistens bleibt es bei ruhigen Plätscherpassagen, welche nur ab und
zu durch "heftigere" Klampfenattacken oder Sprechparts ein ganz kleines bisschen Leben ins Geschehen
bringen. Wer jetzt aber wirklich glaubt, Gernotshagen könne durch solche derartigen Klogriffe die
Kompositionen retten, irrt - und zwar gewaltigst. Selbst schwarzmetallische Dilettantenacts wissen mit
derartigen Ansätzen, wie sie hiesige Truppe einem förmlich nachschleudert, halbwegs funktioniernde Songs zu
basteln. "Winter" klingt anfangs wie Bergthrons MCD "Vergangene Zeiten", sobald aber die mitleidserregende
Gitarrenfront anfängt, ihre ausgelutscht klingeden Gothic-Riffs zu spielen, hört der Spaß sowie Wille, diesem
Mist weitere Zeit zu schenken, endgültig auf; wenigstens quält einen der letzte Track nicht so lang wie die
ersten zwei Zusammenschusterungen, da heiteres (wenn auch maßlos schlecht umgesetztes) Vorantreiben Bewegung
im Songwriting signalisiert. Produktionell nahm die Horde den möglichst fetten Weg, wobei jener den
katastrophalen Ausartungen eigentlich relativ gut steht. Lediglich das Keyboard tönt etwas lauter als all
die anderen Instrumente, was angesichts des mageren Liedguts kaum mehr stört.
Fazit: Ladet dieses sprichwörtlich vertonte Desaster auf keinen Fall runter! Aufgrund abwesender, positiver
Aspekte bleibt "Infinitum Malum" punktelos. Ab in den Papierkorb damit! |
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