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Zugegeben, Kriegersseel und Thurisaz passen stilistisch zueinander, so dass eine gemeinsame Veröffentlichung
irgendwie Sinn macht. Auf der anderen Seite müssen sie sich aber auch fragen lassen, ob zwei derartig ähnliche
Bands eine Daseinsberechtigung haben: beide spielen heidnisch angehauchten BM, bewegen sich zumeist im getragenen
Midtempo, steuern je einen überlangen Song bei, haben Akustikgitarre-plus-Windgeräusche-Intro und -Outro. Und
zuguterletzt bedienen sich beide aus dem Riffpapierkorb von Herrn Vikernes.
Auch qualitativ nehmen sich K. und T. nicht viel, beide Stücke sind gerade noch erträglich. Wenn man nur
zweitklassige Riffs parat hat, wird eben Monotonie auf Dauer etwas langweilig anstatt wirklich hypnotisch. Grosse
Momente sucht man hier wie da vergebens, was natürlich in Anbetracht des Alters beider Bands keine wirkliche
Überraschung ist. Einzig in der Produktion werden deutliche Unterschiede hörbar, so haben Kriegersseel einen recht
klaren Sound gewählt, während Thurisaz voll auf Rauschen setzen. Und obwohl so bei Thurisaz viele Dinge im Matsch
untergehen, war es verglichen mit dem Kriegersseel-Sound doch die weisere Entscheidung. Spielfehler und diverse
recht holperige Übergänge werden nämlich vom Staubsauger geschickt verschleiert und darüber hinaus hat natürlich
der Dauerschneesturm durchaus einen gewissen atmosphärischen Effekt. Kriegersseel müssen ohne diesen auskommen und
auch spielerische Unvollkommenheiten werden bei ihnen nicht verhüllt. Das mag ehrlicher sein, man tut dem
Gesamtergebnis damit aber keinen Gefallen. Besonderer Schwachpunkt bei beiden Combos sind die Schlagzeuger, die mit
etwas schnelleren Tempi völlig überfordert sind und mehr als deutlich machen, warum sich K. und T. auf geruhsamere
Rhythmen konzentrieren.
Insgesamt sind beide Bands nicht wirklich grottenschlecht, man hört zwar deutlich, dass Anfänger am Werk sind, aber
ganz hoffnungslos scheint mir die Angelegenheit nicht. Bei einem Demo auf Kassette hätte ich also auf "netter
erster Versuch" entschieden. Wenn ich aber sehe, dass diese Split als LP (im Klappcover!!!) erschienen ist, dann
schwillt mir der Kamm. Kommerzieller (und offensichtlicher) geht's ja nun wirklich nicht mehr. Vor sechs oder
sieben Jahren wäre eine Eigenproduktion auf Vinyl vielleicht noch als "Statement"
durch- gegangen, gerade auch wegen des finanziellen Aufwandes. Im Zeitalter des Limitierungs- und Vinylwahns, in dem im BM nur mehr Erwerb und Besitz
zählen, kann ich in einem "Vinyldemo" jedoch nicht mehr als das Kalkül entdecken, den "Verkaufserfolg" einer
Veröffentlichung von der musikalischen Qualität ab- zukoppeln. Ich werde also den Teufel tun und euch empfehlen,
diese Platte zu kaufen. Versucht's lieber mit Tapetrading, wenn ihr auch auf den 54675. und 54676. musizierenden
Burzum-Fanclub nicht verzichten wollt oder könnt.
Für die Musik könnte man mit einigem guten Willen vier Punkte geben ("erträglich"), das Drumherum geht mir jedoch
dermassen gegen den Strich, dass ich allerhöchstens zwei Zähler rausrücken kann. Strafe muss sein.
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