ODIUM IMMORTALIS

Odyssee ins Verderben (2002)


"Das klägliche Scheitern des Menschen" - so lautet der Untertitel dieses knapp 40-minütigen Demos, das mir hier vorliegt. Inhaltlich lässt sich also schon erahnen, worum es dieser 2-Mann-Band aus deutschen Landen ging. Nicht satanisch-klischeebehaftete Parolen sind es, die einem entgegengeschleudert werden, sondern die Dummheit, Blindheit und das Versagen der Menschheit wurden hier zum zentralen Thema gemacht. Auch das düstere, ganz in Schwarzweiß gehaltene Booklet, nebenbei für Demoverhältnisse sehr ordentlich und geschmackvoll gestaltet, spiegelt bereits den Hass und die Enttäuschung an eben dieser Spezies Mensch wider. Umso gespannter war ich, ob es den beiden gelungen war, dieses Thema auch musikalisch umzusetzen und zu vermitteln. 
Um es gleich vorweg zu nehmen, ich wurde nicht enttäuscht. Trotzdem möchte ich zunächst auf ein paar Kritikpunkte zu sprechen kommen, die dem ein oder anderen wohl weniger gefallen dürften. Zum einen der Sound, der bei einigen Songs schon ziemlich räudig und dreckig ausgefallen ist, zum anderen musste mangels Drummer ein Drumcomputer herhalten, dessen Sounds teilweise nicht ganz so glücklich gewählt wurden, der aber zu keinem Zeitpunkt nervig in den Vordergrund drängt. Umso erfreulicher die zum Teil an alte Darkthrone und Burzum angelehnte Gitarrenarbeit, die es aber durchaus nicht an Eigenständigkeit fehlen lässt und durch die hier ein paar Melodien hervorgezaubert wurden, die keine Vergleiche scheuen brauchen. So finden sich auf diesem Album mal ruhigere Instrumentals, dann wieder rasend schnelle Songs, gespickt mit Breaks und unterstützt von bösartigem Kreischen, abgedreht-krankem Geröchel und cleanem Gesang, was zusätzlich für viel Abwechslung sorgt und den Songs eine ganze Menge Eindringlichkeit verleiht.
Wie gesagt fehlt dem Ganzen vielleicht noch ein wenig der technische Feinschliff, aber das war zumindest für mich nicht der wichtigste Punkt, auf den ich mein Hauptaugenmerk richten wollte. Sondern - und damit komme ich wieder auf die Einleitung zurück - die Atmosphäre, die in meinen Augen ein Album zu einem guten oder eben zu einem schlechten macht. Und in diesem Punkt konnte mich das Album absolut überzeugen. Trotz der oben genannten kleineren technischen Schwächen, ist es den beiden gelungen, eine Atmosphäre zu schaffen, die zwischen Hass und Verzweiflung, Aggressivität und Melancholie hin- und herpendelt und einen tief in seinen Bann zieht. Selbst nachdem die letzten Töne längst verhallt sind, wirken diese Gefühle noch lange nach und auch nach häufigem Anhören (und ich hab das Album nun schon sehr häufig gehört) verliert diese Atmosphäre nichts an Intensität. Wer sich also nicht von den oben genannten Kritikpunkten abschrecken lässt und dem ursprünglich-atmosphärischen Black Metal zugetan ist, dem lege ich dieses Demo ans Herz. Beziehen kann man das Werk direkt über die Band.

7,5/10  

Official Website
Kommentar abgeben

 

Laeknishendr
02.04.2002