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Man
kann ja von Dimmu Borgir denken, was man will - zugute halten muss man
den Norwegern auf jeden Fall, dass sie ihre Musik aus respektablen
Quellen zusammengeklaut haben. Von allzu vielen Vertretern der
MeloBM-Fraktion kann man dergleichen nur schwer behaupten. Diese
stibitzen ihr Material nämlich hauptsächlich von Dimmu. Zu dieser
Kategorie zählen auch Sethery und ihr neues Album "Kholera"
sichert ihnen eine aussichtsreiche Position im Rennen um den
armseligsten Imitationsversuch diesseits der Jahrtausendwende.
Die vollkommene Bauchlandung der Finnen beginnt schon im Elementaren,
denn die einzelnen Bausteine ihrer Songs sind Musterbeispiele für
Einfallslosigkeit und Plagiarismus. Ob es nun der pseudo-aggressive
Thrashabschnitt ist, die berechnete Dosis Todesmetall, das allgegenwärtige
Keyboardgeplänkel oder ein bisschen "moderne" Möchtegern-BM-Raserei
- Sethery haben stets die langweiligsten und uninspiriertesten Riffs
beziehungsweise Melodien übernommen, die ihren Genrekollegen bis dato
eingefallen sind, und das Ganze nur durch einige wenige
selbstverschuldete Tiefflieger "bereichert". Soviel
konsequente Schlechtigkeit ist natürlich bemerkenswert, Punkte kann man
so aber nicht einfahren.
Die gleiche Abwesenheit von Kreativität und musikalischem Gespür
offenbart sich in den Arrangements, die zwischen absoluter
Vorhersehbarkeit und völliger Planlosigkeit schwanken. Das ist natürlich
zur Hälfte auf eine sehr spezielle Weise originell, mit Eigenständigkeit
der Marke "Unordnung" bzw. "Unvermögen" gibt es für
Sethery jedoch keinen Blumentopf zu gewinnen. Lediglich eine
vertrocknete Basilikumpflanze von meiner Fensterbank könnte ich
anbieten...
Man muss sich fragen, welcher Produzent bereit ist, seinen Namen mit
derartiger Inkompetenz zu verbinden. Natürlich hat der Mann es
geschafft, der Truppe einen kraftvoll-gesichtslosen Klang zu verpassen.
Aber hätte er nicht ein bisschen auf Sethery einwirken und ihren Pfad völliger
Ahnungslosigkeit etwas erhellen können? Jemand vom Schlage Dan Swanös
hätte aus "Kholera" ein zumindest schmerzfrei zu hörendes
Album gebastelt, auch wenn natürlich der MeloNervFaktor (MNF) geblieben
wäre. Im Falle der Finnen muss man aber den Eindruck gewinnen, dass die
Jungs dem Knöpfchendreher mit der Bitte um Nachahmung ein paar
Dimmu-Borgir-CDs in die Hand gedrückt haben.
Genau das und nicht ein bisschen mehr hat der Herr Produzent dann auch
getan und das Resultat tut nun meinen Ohren weh: Ein zwar
"fett" abgemischtes, ansonsten aber völlig substanzlos
klingendes Etwas, das selbst im MeloBM eine Schande ist und die
angesichts einiger Perlen gelegentlich unfaire Pauschalstigmatisierung
des gesamten Genres beinahe im Alleingang rechtfertigt. Für diese albumübergreifende
Leistung einen Punkt. |
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