SÓLSTAFIR

Í Blóði Og Anda (2002)


Ein Meisterwerk. Volle Punktzahl. Kaufen. 
Naja, das reicht wohl kaum, um hier von einem Review zu sprechen.
Nächster Versuch:
Sechs Jahre nach der MCD "Til Valhallar" erscheint nun endlich das erste vollständige Album von Sólstafir, und ich muss sagen, das Warten hat sich gelohnt.
Nah, zu langweilig, das hat bestimmt schon irgendein anderer einfallsloser Rezensent als Aufhänger verwendet. 
Aber: Aller guten Dinge sind drei:
Es sind schon einige Jahre vergangen, seit Enslaved auf dem "Frost"-Album das Etikett "Viking Metal" zum ersten Mal geprägt haben. Was seitdem aus Enslaved sowie aus der Marke geworden ist - darüber möchte ich hier lieber den Mantel des Schweigens decken. Es soll hier nämlich um die besseren Dinge im Leben gehen, genauer gesagt um "Í Blóði Og Anda". Es wäre ein leichtes festzustellen, dass die Isländer die Worthülse Viking Metal mit Inhalt und Leben erfüllen, dann könnte ich die gute, aber nicht zu polierte Produktion und die abwechslungsreichen Songs loben, aber das alles würde der Band und dem Album so wenig gerecht wie die oben genannten armseligen Ansätze. Denn was Sólstafir hier erschaffen haben, ist mehr als nur ein weiteres gutes Album, auch zu Werbezwecken zitierbare Statements wie "bestes Album des Jahres" und dergleichen können nicht adäquat wiedergeben, was dieses Album für mich bedeutet, welche Emotionen es in mir auslöst. Sólstafir bringen ein Gefühl zurück, das ich seit Jahren eigentlich verloren glaubte, das meiner Meinung nach ganz natürlich einer gewissen "Gewöhnung" zum Opfer fiel. Ein Gefühl, das ich das letzte Mal hatte, als "Lärm" für mich noch neu und aufregend war, als ich das erste Mal "Blood Fire Death" hörte und mir wenig später die Emperor/Enslaved-Split in die Hände fiel. Damit mich keiner falsch versteht: Sólstafir sind stilistisch mit genannten Bands eigentlich kaum zu vergleichen, ich will nur sagen, dass sie mich derart begeistern, wie es einst nur das Neue und Unbekannte vermochte.
Nun, wenn sie nicht wie genannte Bands klingen, wie hören sie sich dann an? Kurz gesagt: Absolut eigen. Das sagt natürlich nicht allzu viel, also will ich mich um eine etwas eingehendere Beschreibung bemühen. Sólstafirs Musik hat im Grunde zwei Gesichter: episches Midtempo und aggressives Geprügel, beide werden, ergänzt um atmosphärische Intermezzi, geschickt zu einem homogenen Ganzen verknüpft. Mächtige, kraftvolle Riffs treffen genau in dein Herz, gepaart mit hysterischem Geschrei und stellenweise ekstatischem Drumming entstehen Songs von unglaublicher Intensität, die dich nicht mehr loslassen. Erhebende Stücke voller Stolz und Melancholie erfüllen deine Seele, du fühlst, dass Musik hier mehr ist als nur eine Aneinanderreihung von Noten. Sólstafir verwirklichen ihre ganz eigene Vision von Viking Metal. Und diese wirkt auf mich so authentisch, so unverfälscht, so vollkommen unkalkuliert, wie ich es schon lange nicht mehr gehört habe, wie es wohl wahrer Kunst vorbehalten ist. Ein Album für die Ewigkeit.

10/10

Official Website
Kommentar abgeben

 

Erik
04.03.2002