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"Landschaften ewiger Einsamkeit stellt ausschließlich ein Tribut an die Nacht- und Schattenseite der Natur
dar und will auch als solches verstanden werden." - Damit wäre dem geneigten Hörer die Denkarbeit bereits
abgenommen. Dennoch könnten sich möglicherweise viele darunter nichts vorstellen und somit versuche ich mal
als Laie diese etwas unkonventionelle Vertonung genauer zu beschreiben. Eine Wertung bleibt in diesem Falle
aus, da es auch laut Vinterriket selbst keine Musik im herkömmlichen Sinne ist.
Diese und viele der anderen Veröffentlichungen seitens Christoph Ziegler a.k.a. Vinterriket bieten uns
ausschließlich landschaftsmalerische Klangwelten; musikalische Interpretation verlassener, dunkler und
mystischer Landschaften, die die Natur uns beschert. Als instrumentale Grundlage dient dabei der Syntheziser.
Dies geschah anfangs noch zusätzlich mit etwas Schlagzeug und Gitarre, später sogar ganz ohne. Auch Vocals
wird man hier vermissen. Lediglich auf dem "Winterschatten" Album von 2003 finden sich besungene Songs, die
dann aber eher nach Hintergrundrauschen klingen, ähnlich wie bei Paysage D'Hiver. Dieses gute Stück klingt
ausgereifter, ruhiger, gezielter, ohne irgendwelche Experimente oder ähnlichem. Man merkt eben die gewisse
erwachsene Steigerung aus vielen Veröffentlichungen und doch kann man noch raushören, dass es sich um
Vinterriket handelt, anstatt diverser Meditationsgeplänkel. Wer sich dieses Album zu Gemüte führt, kann sich
wirklich zur geistigen Ruhepause melden. Im, für mich, beigelegten Infosheet steht sogar, dass man es in der
Dunkelheit hören sollte, damit man die volle Wirkung dieser Schöpfung erfahren kann. Also gar nicht übel,
wenn man zu Bette geht und im Kopf sich noch der ganze Tag widerspiegelt. Man könnte sich sogar fast in
diesem beinahe ewig haltenden Schleier aus Stille und Gleichgültigkeit verlieren.
Wie gesagt, geht es hier nicht um Musik, sondern um die auditiv gefühlte Natur. Bewusst wurden technische
Leistungen erst gar nicht erwähnt, weil es einfach nichts damit zu tun hat und diese Klangwelt wohl eher
verfremden würde. Zwar klingen alle der sechs jeweils 10-12-minütigen Stücke verwandt, aber auch hier gilt
wieder das blind Empfundene und nicht kreative, ausgedachte Songstrukturen. Wer's genau nimmt, kann sich
verführen lassen, alle anderen werden sich langweilen. Ich stelle mir beim Hören persönlich auch sehr gerne
eine verwüstete und natürlich existenzneutrale (ohne Mensch und Tier) Einöde vor. Oder man schwebt langsam
durch einen stark vernebelten Tannenwald, wo man nur noch die Umrisse dieser und des Horizonts erkennt -
eben dem Titel entsprechend. Diese Klänge haben einen so zeitlosen Geist, der nie verbleichen wird. Ganz zu
schweigen von der Atmosphäre, die die ganze Landschaft bestimmt oder gar darstellt. |
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