WALD (Germany)

The Lords Of Chaos (1999)


"Morgenstimmung" von Edvard Grieg, eines der wohl schönsten klassischen Stücke überhaupt, ist das erste, wovon man eingehüllt, um nicht zu sagen eingelullt wird, nachdem man die CD eingelegt hat. Und in der Tat, es dauert nicht lang und er erwacht... der WALD - und zwar ganz gewaltig! Denn mit "Non Divine" wird einem im Anschluss ein Stück Black Metal der heftigen Sorte um die Ohren gehauen, das sich den Sand aus den Augen gewaschen hat und das einen ganz schnell wieder aus dem Zustand der Verträumtheit zurückholt. Schwere, schnelle Gitarrenriffs, Doublebass-Attacken und bösartiges Gekreische und Gekeife schlägt einem entgegen und läßt kaum Zeit zum Luftholen. Der Song ist ein Kracher! Und in ähnlichem Tempo geht es auch weiter, nur hin und wieder dezent unterlegt mit Keyboards, auch teils thrashige Riffs finden ihren Platz, genauso wie interessante Breaks, alles bestens arrangiert, so dass Worte wie 'Langeweile' und 'Eintönigkeit' auch nach mehrmaligem Anhören Fremdwörter bleiben. So sehr Bandname und Albumtitel auch an Klischeehaftigkeit erinnern mögen, so wenig driftet die Musik letztendlich in selbiges ab. Ein durch und durch mitreißendes, innovatives Stück bösartigen und dennoch melodischen Black Metals, das ich jedem nur empfehlen kann!
Am Ende muss ich mich nur selbst nochmal überzeugen, dass es sich bei diesem halbstündigen Werk tatsächlich um ein selbstproduziertes Demo handelt, denn am Sound gibt's wirklich kaum was zu mäkeln. Von solchen Demos könnte es ruhig mehr geben...

9/10

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Laeknishendr
27.02.2002