WIGRID

Hoffnungstod (2002)


Oberflächlich betrachtet handelt es sich bei diesem Release um einen dreisten Burzum-Klon. Der Sound und speziell der Gesang klingen zum verwechseln ähnlich, welches aber wohl auch von Ulfhednir, der das Ein-Mann-Projekt WIGRID verkörpert, durchaus bezweckt wurde. Doch eben dieses macht es einem zu Anfang nicht leicht, "Hoffnungstod" als etwa Eigenständiges zu sehen. Erst wenn man sich vom Gedanken des billigen Plagiats freigemacht hat und bereit ist, sich ohne Vorurteile ganz der Musik zu widmen, erhält man Zugang zu dem misanthropischen, von Hass und Enttäuschung über die Menschheit gezeichneten Weltbild, das hier in Wort und Ton gefasst wurde. Und plötzlich wird auch eine gewisse Eigenständigkeit in den Kompositionen erkennbar. Die überlangen Songs leben von mehrstimmigen, getragenen Gitarrenmelodien, die eine ganz eigene Stimmung erzeugen. Das ansprechende Artwork steht dem in nichts nach, allein die Texte reichen nicht ganz an die Genialität von "Wenn das Licht uns nimmt" oder "Was einst war" heran, runden aber das instrumental erzeugte düstere Gesamtbild bestens ab. 
Diese Scheibe hat alles, was ein gutes Black Metal Album ausmacht und trotz der anfänglichen Kritik seine absolute Berechtigung in der Szene. Als Anspieltipp sei hier das geniale "Hoffnungstod" oder auch "Schrei der Verzweiflung" genannt.

9/10  

 

 

azaghal
20.04.2002


Redaktionsbewertung:
azaghal 9 psephos -
Laeknishendr 8,5 Amicus 9
Erik 7 odium 8
sic 10 Wolfsgrimm 7,5
Argathon - Herr B. 7
Gesamtdurchschnitt: 8,3