DE ARMA

Split with Fen (CD 2011)


Fen werden auch von Mal zu Mal egaler. War mir das letzte Album schon viel zu gelb, bietet die vor Kurzem bei mir eingetrudelte Split mit De Arma noch viel weniger Grund zur Freude. Vom Klanggewand mal abgesehen hat das Ganze mit BM eigentlich nur noch sehr bedingt zu tun. Sehr entspannten Post Rock spielen die Briten mittlerweile, Musik zum Weghören und Vergessen. Mit viel gutem Willen und noch mehr Fantasie kann man das sicher "atmosphärisch" finden, aber ich find's halt in erster Linie langweilig und uninteressant, und das völlig deplazierte BM-Geknurre und -Gekrächze absurd bis peinlich. Kaum zu glauben, dass die Band vor gar nicht so langer Zeit mal richtig hörbare Musik gemacht hat. (4)
Kaum zu glauben auch, dass einem gestandenen Musiker, der mit Armagedda, Whirling und zahlreichen anderen Projekten gute bis fantastische Alben fabriziert hat, nichts Besseres einfällt, als mit seinem neuesten Anlauf auf den heulsusigen Post-Rock-BM-Zug aufzuspringen. Immerhin ist De Arma (noch) nicht so schrecklich wie Fen, aber das hier ist ja auch erst das erste Lebenszeichen - das wird sicher noch! Ein Händchen für statisch-einschläfernde Post-Rock-Nichtigkeiten hat man jedenfalls, die die vorerst noch vorhandenen BM-Sachen nicht so sehr kontrastieren als vielmehr kaputt machen. Das ist ärgerlich, da das beschwingte Material, das wie eine rohere, simplere und eingängigere Version von Whirling wirkt, gar nicht so übel ist. Mit ein bisschen Glück erspart uns aber schon das erste De-Arma-Album irgendwelche ansprechenden Abschnitte, denen man ob ihres Untergangs im Zeitgeistsumpf nachtrauern könnte. (5)
In diesem Sinne sorgt De Arma ("liebe Mama"?!) dann auch für mehr Stimmung als Fen. Bei den Insulanern ist BM mittlerweile so weit in den Hintergrund gerückt, dass mir die Zahnlosigkeit des musikalischen Angebots völlig gleichgültig ist. Im Falle De Arma dagegen ertappe ich micht dabei, dass ich mich über diese Verschwendung musikalischen Talents an den Post-Rock-in-BM-Drag-Trend durchaus ein bisschen ärgere. Ihr Plattenfirmen da draussen, wenn ihr schon nicht aufhören könnt, solchen Kram rauszubringen, könntet ihr dann wenigstens darauf verzichten, mich damit zu behelligen? Unwissenheit wäre wirklich ein Segen.

4.5 /10

Official Website

Fen

Nordvis Produktion

 

Erik
11.09.2011