BLACK SEPTEMBER

The Forbidden Gates Beyond (LP 2010/CD 2011)


Es ist ein Mysterium. Wie nur haben es Black September geschafft, sich (nicht nur vor mir) so gut zu verstecken? Auch ein Jahr nach Veröffentlichung ist "The Forbidden Gates Beyond" noch problemlos als LP zu haben. Angesichts der Klasse des Album unbegreiflich. Oder vielleicht doch nicht? Landen heute nur mehr mit Kalkül bis zur Lächerlichkeit limitierte Scheiben zwei Tage nach VÖ bei Ebay? Zu wünschen wäre es ja. Aber egal, hier soll's um Black September gehen, die solche Spielchen nicht betreiben und deren mächtigen Black/Death Metal man auch dann nicht verpasst, wenn man nicht 24/7 auf der Lauer sitzt.
Die Truppe aus Chicago spielt extrem tiefergelegten BM. Von mir aus kann man das Ganze auch Boltthrower im Schwarzkittel nennen, wie ich irgendwo gelesen habe. Oder lieber eine archaische Version von Dissection im bassgewaltigen DM-Gewand? Entombed für Satan mit Evocation-Melodien? Aeternus ohne Folk, dafür aber mit schwedischen Anleihen? Alles nicht ganz richtig und auch nicht wirklich verkehrt. Black September fabrizieren einen Bastard aus Black und Death Metal, der irgendwie alle genannten Einflüsse in sich vereint, den man aber nicht auf ein bestimmtes Vorbild festnageln kann. Charakteristisch ist der phänomenale Klang des Albums, der mit Bässen nicht geizt und an dem deshalb auch die Nachbarn ihre Freude haben dürften. Musikalisch geht es meist flott, dabei aber immer nachvollziehbar zu. Ziemlich eingängig ist das Scheibchen, geht gleich ins Tanzbein und verleitet zum spontanen Fausthochreißen. Mehr als nur das Tüpfelchen auf dem sprichwörtlichen i sind die großartigen Melodien, die sich immer wieder aus der grummelnden Gewitterfront herauskristallisieren und für Gänsehaut und Begeisterung sorgen.
An dieser Stelle soll es keine Anspieltips geben, denn von der Qualität des Bandschaffens könnt ihr euch bei blackseptember.bandcamp.com mit eigenen Ohren überzeugen und eure eigene Wahl treffen. Und wenn ihr dann nichts kaufen wollt, empfehle ich einen Besuch beim Ohren- oder Geschmacksarzt.

9 /10

Official Website

Iconoclast Records

Prosthetic Records

 

Erik
28.09.2011