SAECULUM OBSCURUM

Apotheosis (CD 2013)


Über den ersten Eindruck kommt man nur schwer hinweg: Das Album gibt's nur bei iTunes und Amazon, das Label dagegen scheint sich zu fein, selbst CDs einzupacken. Und ins Zentrum der Werbung rückt man irgendwelche Gäste und anderes unwichtiges Personal. Diese Auflistung will ich hier selbstverständlich nicht wiederholen, aber ich kann mir natürlich die Frage nicht verkneifen, wen genau man damit gewinnen will, dass irgendein Post-"B"M-Heini ein paar Zeilen eingejammert hat. Es ist denn auch nur meiner stoischen Allesfresserei zu verdanken, dass ich mir "Apotheosis" überhaupt und trotz Allem angehört habe.
Und es hat sich tatsächlich mehr als gelohnt! So untergrundfern, unerfahren und ahnungslos das Label oder so schlecht die Werbung auch sein mag - Saeculum Obscurum können eine ganze Menge. Zuerst zur Standortbestimmung, die wohl nötig ist, weil die Band noch nicht unbedingt in aller Munde ist und weil ich zum Thema bisher in erster Linie Unsinn lesen musste. Man nehme moderne SOTM, allerdings mit dem Feuer, das jenen auf den letzten Platten verloren gegangen ist. "Antithesis" wäre kein völlig abwegiger Anhaltspunkt. Stücke wie "The Lord of Hosts" bieten zudem Melodien auf, die auch auf "Storm of the Light's Bane" nicht gestört hätten. Und irgendetwas an "Apotheosis" erinnert mich auch an Eternal Dirge, obwohl ich die seit zehn Jahren nicht gehört habe.
Ein ziemlich eingängiges Album haben Saeculum Obscurum vorgelegt, mitunter auch frickelig-verspielt, dabei aber immer mit Sinn für Dramatik und erhebende Momente. Eine spannende Scheibe, die mit interessanten Einfällen überrascht sowie ein paar ziemlich dollen Hits, Charakterstärke und dichter Atmosphäre überzeugt.

8 /10

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Erik
03.11.2013


Redaktionsbewertung:
azaghal 8 Erik 8
Gesamtdurchschnitt: 8