EISMALSOTT

Weißblendung (Demo 2014)


Es war einmal.

Es war einmal eine Band. Eismalsott hieß die, hat ein Demo und eine EP rausgebracht, das größte Ansehen aber mit einem Album verdient, das niemals aufgenommen wurde und nur in Form von Rehearsalschnipseln zirkulierte. Denn bei Eismalsott hatte man auf einmal keine Lust mehr aufs gemeinsame Musizieren. Ein Teil der Musiker machte als G(Eïs)t weiter, hat auch ziemlich passable Musik veröffentlicht, aber trotzdem war es immer irgendwie schade, dass "Skogtaken" nicht verwirklicht wurde.
Das soll sich nun ändern. Eismalsott gibt es wieder, und als erstes Lebenszeichen hat man unter dem Titel "Weißblendung" 20 Minuten Musik vorgestellt, die zeigen sollen, wo das Projekt anno 2014 steht. Stilistisch hat das Ganze etwas von "Patina" in grimmigerer Ausführung. Deutscher Norsecore steht also auf dem Programm, wie ihn etwa Inarborat machen oder wie er von Sun of the Sleepless in Form von "Thou, Whose Face Hath Felt the Winter's Wind" (einziger Lichtblick dieses Projektes) zelebriert wurde. Nicht ganz unpassend wurde eine Version dieses Stück vor nicht allzu langer Zeit auch von Eïs aufgenommen.
"Weißblendung" lebt von frostig-dünnen Gitarren, unterkühlter Atmosphäre, stürmischer Eingängigkeit und - ganz wichtig! - den kleinen Dingen, die die Spreu vom weizen trennen. Da wäre etwa die Verschnaufpause zur Halbzeit von "Sternleite/Tiefenrausch" mit grollendem Bass und langsamem Spannungsaufbau. Das ist schon ziemlich groß. Mindestens genauso gut ist der Rausschmeißer, der mit stimmungsvollen Keyboards und gedämpftem Tempo feierlichen Charakter entwickelt, was hervorragend zur recht originellen Thematik des Liedes passt.
Nach zehn Jahren Wartezeit sind zwanzig Minuten Musik natürlich viel zu wenig, aber "Weißblendung" ist zumindest ein sehr vielversprechender Appetithappen. Jetzt kann man nur hoffen, dass die Leute endlich mal zu Potte kommen und so schnell wie möglich ein bzw. DAS Album fertigstellen.

8 /10

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Erik
05.07.2014