STORMNATT

Omega Therion (CD 2014)


Seit 14 Jahren machen Stormnatt nun schon Musik, und noch immer hat sich mir nicht recht erschlossen, warum genau das nötig ist. Sicher, wenn man im Keller Krach macht, hat man weniger Zeit, Oma Gertrude von nebenan dumme Streiche zu spielen, aber jenseits dieses zweifellos positiven sozialen Aspektes fallen mir keine allzu zwingenden Gründe für die Existenz der Truppe ein. Das musikalische Schaffen der Österreicher liefert jedenfalls keinen, auch wenn man in der Vergangenheit viel erfolglosen Aufwand getrieben hat, um so etwas wie eine Existenzberechtigung zu konstruieren. Dennoch habe ich mir als unverbesserlicher Allesfresser natürlich die neue Youtube-Single angehört (sowie leider auch angesehen - gruselig!) und war so wenig genervt, dass ich mir gleich das komplette Album zu Gemüte führen musste.
War natürlich eine Schnapsidee. Wann ist euch die letzte Gruppe untergekommen, die nach 14 inspirationsarmen Jahren auf einmal großartige Musik hinbekommt? Genau, sowas passiert im Prinzip nie, und auch diesmal ist dieses Wunder selbstverständlich ausgeblieben.
Doch womit soll ich das Jammern beginnen? Genau genommen könnte ich schon für den grenzdebilen Thrasher "The Bitter Fruits of Deceit" zehn Punkte abziehen und mich erfreulicheren Dingen zuwenden. Doch erstens reicht das nicht - mindestens eine Woche Stubenarrest müsste es noch dazu geben - und zweitens ist das größte Problem von Stormnatt nicht dieser stilistsche Ausrutscher. Vielmehr - und das wird mit fortschreitender Auseinandersezung mit dem Album immer deutlicher - stört mich an "Omega Therion" so ziemlich alles. Ist die Singleauskopplung "Evangelist of the Fall - Death's Seed" für sich genommen mit ihren knapp fünf Minuten Spieldauer noch ganz gefällig, so nervt genau diese harmlose Eingängigkeit sehr schnell, wenn jedes Stück den gleichen zahnlosen Matsch bietet. Da ist es auch ganz egal, dass das eine oder andere Riff recht nett klingt. Scheintote Kompositionen mit unmelodischen "Melodien", verpackt in eine absolut charakterlose Produktion, kein Biss, keine Leidenschaft, kein Feuer. Hier lodert absolut nichts. Last Black Epitaph Episode Attakk ick hör' dir trapsen. Black Metal ist das hier wirklich nur nach rein oberflächlichen Kriterien. Und da macht das schwer zu ertragende Video dann auf einmal Sinn: Stormnatt sind lediglich BM-Darsteller; die Essenz und das Wesen dieser Musik haben sich ihnen auch in 14 Jahren nicht erschlossen.
Tja, das klingt jetzt ziemlich unfreundlich, obwohl ich eigentlich nicht so doll auf den Putz hauen wollte. Doch was soll ich machen? "Omega Therion" ist nunmal ein ganz schrecklich unnötiges Album einer Band, die aller Wahrscheinlichkeit nach auch in den nächsten 14 Jahren nichts sonderlich Relevantes produzieren wird. Da macht konstruktive Kritik keinen Sinn mehr; und für Samthandschuhe hatte ich noch nie Verwendung.

2 /10

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DeathTemple Records

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Erik
29.07.2014