EMPTY

The Last Breath Of My Mortal Despair (Re-Release CD 2008)


Es wäre untertrieben zu behaupten, dass ich Wiederveröffentlichungen prinzipiell wenig abgewinnen kann. Irgendwas mit Kraftausdrücken und Fäkalsprache würde meiner Einstellung zur endlosen Wiederverwertung alten Krams eher gerecht werden. Doch auch wenn das mir vorliegende zweite Album von Empty bereits vor ein paar Jahren das Licht der Welt erblickte, will ich De Tenebrarum Principio keine allzu niederen Absichten unterstellen. Kein Vinyl, kein RumgeYPSe, nein, tatsächlich nur eine simple CD. Fast könnte man meinen, der zweite Anlauf von "The Last Breath Of My Mortal Despair" wäre wirklich nur dem Willen geschuldet, ein Album nochmals in Umlauf zu bringen, das beim ersten Versuch dank wenig berauschender Labelarbeit mehr oder weniger untergegangen ist.
Legt man die Scheibe dann ein, stellt sich schnell heraus, dass "The Last Breath Of My Mortal Despair" überraschenderweise recht anhörbar ist. Klar in den Neunzigern verwurzelt, ist es recht schwer, den Spaniern ein offensichtliches Vorbild zuzuordnen. Hier ein Hauch "DMDS", dort eine Prise "Nightside", irgendwo Vokalextremismus à la "A Darker Shade Of Evil" - das sind alles nur Momentaufnahmen, die dem Album insgesamt nicht gerecht werden. Mit viel gutem Willen könnte man Empty unterstellen, eine extremere, massivere Version des Enthral-Debüts erschaffen zu haben. Will heißen: "The Last Breath..." bietet kraftvollen, dabei durchaus rohen, dramatischen Black Metal, dem Melodie nicht ganz fremd ist. Schön abwechslungsreich und vielseitig ist das Ganze, und ein paar Hits sind auch mit an Bord: Das furiose Eröffnungsstück putzt die Ohren gut durch und "Mortuary Tune Of The Prisioner's Anguish" ist schön spannend arrangiert und gipfelt in einem Riff, das die Scheibe prompt auf meine Einkaufsliste befördert. Ansonsten sind zwar nicht alle Schüsse absolute Volltreffer, aber das ändert nur wenig an der Tatsache, dass man Empty zumindest mal eine Chance geben sollte.

7 /10

Official Website

De Tenebrarum Principio

 

Erik
27.02.2008