|
Hat wurden bereits 1993 (unter anderem Namen) gegründet, legten von 1996 bis 2006 eine Pause ein und
veröffentlichen nun ihr erstes Demo. Wer jetzt nicht lacht, hat sicher noch nie vom Aschenwolf und seinen
zahlreichen fiktiven und tatsächlichen Heldentaten gehört. Und alle Anderen fragen sich wahrscheinlich, wie man
eine solche Biographie nach all der Münchhauserei unter dem Namen Nargaroth noch unters Volk bringen kann.
Nicht dass ich Hat unterstellen will zu lügen - wahrscheinlich hatte in den frühen Neunzigern jeder norwegische
Teenager eine Band am Start - doch irgendein fruchtloses Projekt, das seit über zehn Jahren tot ist, zur
Bandgeschichte hinzuzuzählen, das ist in meinen Augen nicht mehr als armseliges Betteln um ein paar
Szenepunkte.
Und dieser erste Eindruck ist eher schade, denn so beschissen sind Hat gar nicht, als dass sie derlei Albernheiten
nötig hätten. OK, ich will nicht behaupten, die Truppe sei das Beste seit "Through The Black Mist" (denn davon
sind sie weit entfernt), aber "Livet Ebber Ut" ist ein halbwegs gelungener Einstand, auf den die Norweger durchaus
aufbauen können. Geboten wird überraschungsfreier, unorigineller Norsecore - das hört sich jetzt arg negativ an,
aber bei entsprechender Erwartungshaltung kann man mit Hat ganz gut leben. Roh und ungehobelt holzen sich die
Mannen durch 15 klassisch-frostige Minuten ohne revolutionären Anspruch. Die bekannten Elemente wurden gekonnt
kombiniert, wobei das Schlüsselwort "gekonnt" ist: Was Hat von den meisten anderen Plagiaten unterscheidet, sind
Stilsicherheit und halbwegs guter Geschmack. Doch natürlich, bei allem Lobgesang auf Stagnation und ausgetretene
Pfade, die Sache hat einen gewaltigen Pferdefuß: wo andere sich hinter Experimenten und Spielereien verstecken
können, haben Bands wie Hat nur die nackte Musik. Und da werde ich dann wieder skeptischer. Sicher, "Livet Ebber
Ut" unterhält für eine Viertelstunde ganz ordentlich, die fachmännisch arrangierten Lieder laufen gut rein,
lediglich die etwas zu sehr nach Heim-PC tönende Aufnahme ist nicht optimal. Aber wirklich inspirierte Momente
(auf die gerade derlei schubladengerechte Musik nicht verzichten kann) gibt es leider keine. Immerhin ist das
Titelstück in seinen getragenen Momenten schon nah dran, also will ich die Hoffnung noch nicht aufgeben. Was Hat
für ihr erstes Album brauchen, sind eine Handvoll Gänsehautriffs. Mit denen erwartet uns ein Kracher, ohne ein
verzichtbares Stück Norgefließband. |
|