HAT

Livet Ebber Ut (Demo 2008)


Hat wurden bereits 1993 (unter anderem Namen) gegründet, legten von 1996 bis 2006 eine Pause ein und veröffentlichen nun ihr erstes Demo. Wer jetzt nicht lacht, hat sicher noch nie vom Aschenwolf und seinen zahlreichen fiktiven und tatsächlichen Heldentaten gehört. Und alle Anderen fragen sich wahrscheinlich, wie man eine solche Biographie nach all der Münchhauserei unter dem Namen Nargaroth noch unters Volk bringen kann. Nicht dass ich Hat unterstellen will zu lügen - wahrscheinlich hatte in den frühen Neunzigern jeder norwegische Teenager eine Band am Start - doch irgendein fruchtloses Projekt, das seit über zehn Jahren tot ist, zur Bandgeschichte hinzuzuzählen, das ist in meinen Augen nicht mehr als armseliges Betteln um ein paar Szenepunkte.
Und dieser erste Eindruck ist eher schade, denn so beschissen sind Hat gar nicht, als dass sie derlei Albernheiten nötig hätten. OK, ich will nicht behaupten, die Truppe sei das Beste seit "Through The Black Mist" (denn davon sind sie weit entfernt), aber "Livet Ebber Ut" ist ein halbwegs gelungener Einstand, auf den die Norweger durchaus aufbauen können. Geboten wird überraschungsfreier, unorigineller Norsecore - das hört sich jetzt arg negativ an, aber bei entsprechender Erwartungshaltung kann man mit Hat ganz gut leben. Roh und ungehobelt holzen sich die Mannen durch 15 klassisch-frostige Minuten ohne revolutionären Anspruch. Die bekannten Elemente wurden gekonnt kombiniert, wobei das Schlüsselwort "gekonnt" ist: Was Hat von den meisten anderen Plagiaten unterscheidet, sind Stilsicherheit und halbwegs guter Geschmack. Doch natürlich, bei allem Lobgesang auf Stagnation und ausgetretene Pfade, die Sache hat einen gewaltigen Pferdefuß: wo andere sich hinter Experimenten und Spielereien verstecken können, haben Bands wie Hat nur die nackte Musik. Und da werde ich dann wieder skeptischer. Sicher, "Livet Ebber Ut" unterhält für eine Viertelstunde ganz ordentlich, die fachmännisch arrangierten Lieder laufen gut rein, lediglich die etwas zu sehr nach Heim-PC tönende Aufnahme ist nicht optimal. Aber wirklich inspirierte Momente (auf die gerade derlei schubladengerechte Musik nicht verzichten kann) gibt es leider keine. Immerhin ist das Titelstück in seinen getragenen Momenten schon nah dran, also will ich die Hoffnung noch nicht aufgeben. Was Hat für ihr erstes Album brauchen, sind eine Handvoll Gänsehautriffs. Mit denen erwartet uns ein Kracher, ohne ein verzichtbares Stück Norgefließband.

4 /10

Official Website

 

Erik
04.03.2008


Redaktionsbewertung:
Laeknishendr 5.5 Erik 4
Gesamtdurchschnitt: 4.8