URNA

Iter Ad Lucem (CD 2009)


Wer hätte das gedacht? Nach dem ansprechenden Debüt und dem grossartigen Locus-Mortis-Album im letzten Jahr setzt Vielfrontenkämpfer MZ die neue Urna-Scheibe in den Sand. Grandios in den Sand, denn wenn nicht viel Geld, dann hat man zumindest viel Zeit und Arbeit in die Aufnahmen investiert, das ist nicht zu überhören. Das Ergebnis dieser Bemühungen ist...
... langweilig. Natürlich auch enttäuschend, aber in erster Linie langweilig, so richtig doll langweilig. Da ist kein Funeral und auch kein Doom, sondern vor Allem luftig-sphärische Harmlosigkeit. Alles sehr leicht und schwebend, irgendwie an Janvs erinnernd, aber eben völlig statisch. Lebte "Sepulcrum" in meinen Ohren vom Wechselspiel zwischen schleifendem Doom und BM-Ausbrüchen, so ist "Iter Ad Lucem" ganz erstaunlich leblos. Endlos wird auf der Stelle getreten, und wenn sich mal was tut, dann sind es nicht selten Geschmacklosigkeiten. Sowas wie das Softpornogitarrengegniedel aus den Achtzigern gleich im ersten Stück. Oder der nach schlechtem Death Metal klingende "harte" Anfang von "Sefira Malkuth".
Was ist nur mit diesem Projekt passiert? OK, hin und wieder findet sich eine ganz nette Melodie, aber insgesamt gibt es viel zuviel planloses Ambientgewaber und gepflegte Langeweile. Immerhin passt das olle Photoshop-Cover ins Bild, das ist genauso nichtssagend wie die Musik. Die nämlich bietet keine Schwere, keine Schwärze, keine Trostlosigkeit, keinen Schmerz. Keinen Funeral Doom. Stattdessen: Fahrstuhl Doom.

4 /10

Official Website

Aeternitas Tenebrarum Music Foundation

 

Erik
11.03.2009