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Es wurde auch langsam Zeit. Nachdem Urna und Absentia Lunae eher nicht so grossartige Alben veröffentlicht haben, war es für die ATMF höchste Eisenbahn zu zeigen, dass noch nicht sämtliches Pulver verschossen wurde. Ironischerweise erweist sich als Retter in der Not der gleiche Musikant, der mich mit "Iter Ad Lucem" vor kurzem erst gründlich gelangweilt hat.
Arcana Coelestia war zu Zeiten des Debüts ein leicht fragwürdiges Projekt, stilistisch einfach zu nahe am anderen Betätigungsfeld Urna, wenn auch musikalisch sehr gelungen und dank einiger Summoning-Melodien nicht ganz gesichtslos. Die Sinnfrage muss man auch im Jahre 2009 noch stellen, denn grob gesagt klingt "Le Mirage De L'Idéal" nicht grossartig anders als das aktuelle Urna-Album. Die Einflüsse aus Österreich sind verschwunden, überhaupt muss man Black Metal hier mit der Lupe suchen. Beide Projekte entwickeln sich im Wesentlichen also in die selbe Richtung, hin zu sphärischen, doomdurchtränkten Klangmalereien mit allerlei Spielereien. Der grösste Unterschied besteht darin, dass das Ganze bei Arcana Coelestia wundersamerweise funktioniert, und zwar ziemlich gut. Liegen könnte das daran, dass "Le Mirage De L'Idéal" bei Weitem nicht so zuckerwattig daherkommt wie "Iter Ad Lucem", sondern mit einer gehörigen Portion doomiger Schwere aufwarten kann. Zudem, doch das ist natürlich ein reines Geschmacksurteil, wartet die Scheibe schlicht mit den besseren Ideen auf. Es gibt zahlreiche schöne Melodien zu bewundern, und der kurz zu hörende weibliche Gesang klingt ganz wunderbar.
Noch wichtiger ist vielleicht, dass Arcana Coelestia sich recht kompromisslos vom Liedformat verabschiedet haben. Zwar ist das Album in einzelne Stücke unterteilt, doch macht sich das beim Anhören in keinster Weise bemerkbar. "Le Mirage De L'Idéal" ist als vielschichtiges Gesamtwerk zu verstehen, das nicht nur formal etwas "Klassisches" hat. Das macht die erste Bekanntschaft mit dem Album nicht unbedingt leichter, den Langzeitgenuss dafür aber umso intensiver. |
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