|
Hören die Leute sich eigentlich den Kram an, den sie zu Rezensionszwecken durch die Weltgeschichte schicken? Oder fehlt manchen (zu vielen!) Musikanten schlicht die Fähigkeit zur kritischen Betrachtung der eigenen Schöpfungen? Hat sich Herr Hateahn "Monotonia" mal mit ein bisschen Distanz zu Gemüte geführt?
Ich will damit noch gar nichts über die Musik an sich aussagen, die das Projekt Helvarikum hier fabriziert; dazu kommen wir später. Aber die Aufnahme! Tackernder Trommler aus der Steckdose, die Gitarre wahrscheinlich direkt in den Rechner gestöpselt - was soll das? OK, "Monotonia" ist noch längst nicht das Schlimmste, was mir je untergekommen ist. Aber es nervt einfach und wirft überdies die Frage auf, ob den Leuten völlig egal ist, wie ihre Musik klingt. Helvarikum gibt es seit angeblich zehn Jahren, in Sachen Klang kommt man jedoch lediglich auf das Niveau eines vorgestern gegründeten Kinderzimmerprojektes, wenn auch vielleicht eines der besseren. Sowas kann dem guten Hateahn doch nicht egal sein, oder?
Natürlich leidet die Musik darunter, vor allem unter den flachen, sterilen Gitarren, die so gar nicht zum überwiegend flotten Norsecore von Helvarikum passen wollen. Kann man die misslungene Verpackung ignorieren, so bietet "Monotonia" ein paar ganz nette, wenn auch wenig überraschende oder gar begeisternde Stücke Schwarzmetall. In der Hauptsache geht es flott voran, ganz uneingängig ist das Material auch nicht, und für ungefähr zwei Lieder kann man sich sogar auf "Monotonia" konzentrieren. Dann jedoch schlafen einem langsam die Ohren ein - weil sie schlicht durch nichts wach gehalten werden. Grosse Momente habe ich nicht ausmachen können.
Merkt Ihr was? Der Text liest sich fast wie der zu To Mourn The Living. Und die Musik ist ja auch die gleiche: harmlos, nicht sonderlich gehaltvoll, halbwegs ordentlich zurechtgebastelt, schlecht aufgenommen und letztendlich eher verzichtbar. Im Falle Helvarikum kommt erschwerend hinzu, dass das Projekt wie gesagt bereits seit zehn Jahren besteht und "Monotonia" die mittlerweile vierte Veröffentlichung ist. Für fromme Wünsche der Marke "Beim nächsten Mal wird alles besser" dürfte es also viel zu spät sein. Viel wahrscheinlicher ist, dass aus Helvarikum auch in den nächsten zehn Jahren kein Projekt wird, von dem man mal gehört haben sollte. |
|