|
Obwohl er über Spinefarm letztendlich ein Angestellter von Universal Music ist, hat Sami Tenetz bei Spikefarm in den letzten Jahren ziemlich gute Arbeit geleistet. Sólstafir etwa werden immer noch endlose Studioaufenthalte in Schweden bezahlt, obwohl "Masterpiece Of Bitterness" kein Schwein gekauft hat. Hinzu kommen solche Kulturtaten wie die Veröffentlichung des Code-Debüts. Darüber hinaus unterstützt Herr Thy Serpent auch vielversprechende finnische Bands, man denke da nur an Draugnim oder neuderdings auch Raate. Wer soviel Gutes tut, der zieht natürlich auch ab und zu eine Niete, und Samis Niete hört auf den Namen Israthoum.
Dabei ist "Monument Of Brimstone" gar kein schlechtes Album. Nein, die Scheibe ist kompetent gemacht, professionell aufgenommen und was man sonst noch alles an Belanglosigkeiten sagen könnte. Stilistisch würde ich das Ding in die zweite Hälfte der Neunziger einordnen, irgendwo zwischen klassisch und melodisch. Die Keyboards klingen mitunter wie auf "Nemesis Divina", die in der Werbung erwähnten "folkish tendencies" werden von ein paar Stellen vertreten, die man sich von "Imrama" abgeguckt hat, und der kurz zu hörende Klargesang klingt nach Code, weil er vom gleichen Typen geliefert wird. Doch trotz dieser punktweisen Vorbilder würde ich Israthoum nicht in der Tradition einer bestimmten Band sehen wollen. Vielmehr ist "Monument of Brimstone" stilistisch ein recht generischer Vertreter jener Zeit vor der Jahrtausendwende, als es dem Black Metal ziemlich dreckig ging.
Die Franzosen von Eternal Majesty kommen mir in den Sinn, wenn ich Israthoum beim Musizieren zuhöre. Nicht wegen irgendwelcher stilistischer Ähnlichkeiten, nein, ich habe schon völlig vergessen, wie Eternal Majesty klingen. Es ist stattdessen das Gefühl völlig nichtssagender Bedeutungslosigkeit, das beide Truppen verbindet. In Anbetracht ihres eher beschränkten kreativen Potentials haben sich Israthoum ganz einfach den falschen Stil ausgesucht. Richtig kommerzielle Bands können ihre Musik ganz unabhängig von deren Qualität an Stinometaller verkaufen, die das Ganze "voll extrem" finden werden. Ebenso kann man es sich in angesagten UG-Nischen auch ohne schöpferisches Talent ziemlich bequem einrichten. Wenn man keine dieser Alternativen wählt, muss man mit grossartigen Kompositionen überzeugen - und genau das schaffen Israthoum nicht. "Monument of Brimstone" ist ein höhepunktfreies Stück BM ohne Charakter, das kein Mensch braucht, auch wenn es rein "objektiv" recht "gut gemacht" ist. |
|