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Emperor machen beim Wacken den grossen Reibach, Immortal bringen gar ein neues Album raus - es ist kein Wunder,
wenn angesichts dieser schamlosen Vermarktung ehemals grosser Namen auch kleine und sehr kleine "Legenden"
einen neuen Anlauf wagen. Paragon Belial haben es gerade erst versucht (mit erwartungsgemäss bescheidenem
Ergebnis), und jetzt wollen es auch Ungod nochmal wissen. Als Format wurde die ganz besonders untergrundige
Split-EP gewählt und als Komplizen Mort auserkoren, die nach dem ziemlich guten "Godless Dominion" in den
letzten Jahren auch nichts Vernünftiges mehr zustande gebracht haben.
Als würde das nicht reichen, um mich skeptisch zu machen, findet die Ungod-Wiedergeburt mit zwei neuen
Gitarristen statt, was zumindest für mich schon in Richtung Etikettenschwindel geht. Zur Krönung ist dann das
Cover so unglaublich beschissen, dass ich kaum Lust habe, die Promo-CD in den Spieler zu schieben. Durch
Butterbrotpapier irgendwelche Bilder zu kopieren und die dann am Rechner irgendwie zusammenzupappen (genau so
sieht der Schiet nämlich aus!), ist mit das Stümperhafteste, was mir jemals untergekommen ist.
Glücklicherweise macht das Titelbild nicht allzu viel kaputt. Wenn "Gazing Through The Mask Of Perdition"
auch nur ein ungefährer Anhaltspunkt für das ist, was Ungod der Welt noch zu bieten haben, dann bin ich am
weiteren Schaffen der Band nicht interessiert. Lahm, uninspiriert und höhepunktfrei wird hier ein Stück
runtergesägt, das keine Sau braucht. Durch ein paar gesprochene Passagen soll dem Ding wohl etwas Abwechslung
verpasst werden, doch das olle in-den-Bart-Brummen macht das Lied noch schlechter. (2)
Wie unspektakulär sich Ungod anno 2009 tatsächlich präsentieren, wird erst dann richtig deutlich, wenn Mort
dran sind. Deren Beitrag ist nämlich auch alles Andere als aufregend, wirkt jedoch viel, viel energetischer
und mitreissender als der ungöttliche Reinfall. Objektiv betrachtet ist allerdings auch "Ascent Of Chaos"
übelstes Mittelmass, dem es an richtigen Ideen fehlt. Kompetentes Gerödel, doch leider weit entfernt von dem,
was Mort "früher" mal konnten. Sehr weit. (4)
Unterm Strich macht diese Split auf mich keinen allzu positiven Eindruck, das hat sicher schon jeder gemerkt.
In erster Linie scheint es nämlich bei diesem Projekt darum zu gehen, voll "Old School" und "Underground" zu
sein. Davon zeugt das gewählte Format, davon zeugt die Gestaltung, die den mutmasslich angestrebten Stil und
den Spirit alter gezeichneter s/w-Cover grandios verfehlt, davon zeugt das Ausgraben einer alten Band, die
ohrenscheinlich nichts mehr zu sagen hat, und davon zeugt letztendlich die Tatsache, dass Musik bei dieser
Veröffentlichung hörbar nur eine kleine, unwesentliche Nebenrolle spielt. Zu dumm, dass ich an dem ganzen
Drumherum nur auf Metaebene interessiert bin. |
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