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Die lernen's einfach nicht, die Mannen von Undivine. Natürlich hätte auch das Label den Burschen mal stecken könne, dass die Metalcore-Ästhetik nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist. Hat es aber nicht, und so sieht "Into Dust" aus wie eine CD für junge Leute in zu bunten T-Shirts. Nun ja, immerhin war "A Deceitful Calm" ein ganz ansprechendes Scheibchen, zumindest inhaltlich erwarte ich also eine ganze Menge vom Zweitling.
Los geht es dann auch recht ordentlich. "From Sickness And Disease" ist ein schneller BM-Klopfer schwedischer Prägung, der Undivine näher an Dark Funeral als am vom Debüt bekannten klassischen BM/DM-Mix zeigt. Nicht übel, wenn auch nicht sonderlich euphorisierend. Weiter geht es dann durchwachsen, und das will ich vor Allem in Bezug auf die stilistische Ausrichtung verstanden wissen. "Into Dust" wirkt, so eigenartig das klingen mag, wie ein Debütalbum, so als ob die Band noch auf der Suche nach ihrem Stil wäre. Machte das tatsächliche Debüt einen homogenen und reifen Gesamteindruck, so präsentiert sich der zweite Streich musikalisch unentschlossen. Der Promozettel weiss zu berichten, dass einer der verantwortlichen Songschreiber grosser Hypocrisy-Fan ist, und folgerichtig pendelt das Material dann auch zwischen DF-BM und Peter T.s todesmetallischen Schöpfungen hin und her. Am besten finde ich das Ganze immer dann, wenn man die goldene Mitte findet und wie auf dem Debüt loslegt. So ist etwa die Ballade "I Dream Death" irgendwo zwischen "Lamia" von "Enter The Moonlight Gate" und langsameren Unanimated-Sachen ein ziemlich grossartiges Stück. Und auch wenn der Gesamteindruck der Scheibe unter der Zerfaserung leidet, hat man selbst an den Enden des Stilspektrums durchaus etwas zu bieten. Das Titelstück beispielsweise klingt entfernt wie das geniale "Candles" vom nicht weniger genialen Crown-Of-Thorns-Debüt.
Nicht ganz so aufregend ist das schnelle schwarzmetallische Gerödel. Natürlich ist das gut gemacht, aber Raserei ist ein schwieriges Geschäft und gehört ganz klar nicht zu Undivines Kernkompetenzen. Immerhin stört das aber nicht so sehr wie "Wake Up To Another Nightmare". Mit seinen billig stampfenden Riffs erinnert mich das Stück seltsamerweise an das letzte, ziemlich misslungene Album von Woods Of Ypres. Dort wurde ein ähnliches Unglück aufgeboten, mit dem die Kanadier wohl zeigen wollten, wie "hart" sie sein können. Eine für Undivine unglückliche Assoziation, aber auch ohne diese müsste ich festhalten, dass "Wake Up..." eine sehr bescheidene Komposition ist, ohne die das Album wohl besser dastehen würde. Auf die abschliessende Wertung hätte die Abwesenheit dieses Aussetzers dennoch keinen Einfluss, denn mit oder ohne: nach dem sehr guten Debüt ist "Into Dust" eine milde Enttäuschung. |
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