SECRETS OF THE MOON

Privilegivm (CD/LP 2009)


Irgendwann würde sie zu Ende sein, meine Beziehung zu SOTM, das war mir immer mehr oder weniger klar. Irgendwann würde sich die Band so weit von meinen persönlichen Vorlieben wegentwickeln, dass ich ihr nicht mehr folgen könnte oder wollte. Insofern ist es nicht sonderlich schockierend, dass mich "Privilegium" nicht begeistert. Überraschend ist lediglich, dass dies nicht so sehr an der Experimentierfreudigkeit von Secrets Of The Moon (bzw. eben meiner Experimentierallergie) liegt, sondern daran, dass das neue Album einfach ziemlich langweilig ist.
Um das Fazit vorweg zu liefern: "Privilegivm" ist die B-Seite zu "Antithesis". Im Prinzip das Gleiche, nur eben weniger interessant. Geändert hat sich wenig, etwas rockiger und vielleicht auch zahmer ist das Ganze, ansonsten Dienst nach Vorschrift. Auf Neuland wagt sich die Band nur im abschliessenden "Shepherd", doch schlapper Gothic Rock mit Pornogitarren ist in meinen Ohren ein Gebiet, das man getrost unerforscht lassen dürfte. Dennoch ist dies noch einer der Höhepunkte des Albums, was durchaus als Kommentar zum Rest aufgefasst werden darf. Wenn man "Privilegivm" hört, muss man sich wundern, was mit Secrets Of The Moons Gespür für Dramatik und Spannungsaufbau passiert ist, das uns vor noch gar nicht so langer Zeit Perlen wie das unaufhaltsam ins Monumentale wachsende "Lucifer Speaks" beschert hat. Heutzutage tritt die Band mit Vorliebe ausgiebig auf der Stelle. Man hat das Gefühl, da würden ewig Lieder eingeleitet, die dann letztendlich gar nicht stattfinden. Höhepunkte sind Mangelware, mit Ideen wird gegeizt.
Ich habe vielerorts gelesen, dass man sich "Privilegivm" erfolgreich schönhören kann, muss diesen Behauptungen aus meiner Sicht aber widersprechen. Seit fast zwei Monaten versuche ich nun, mit der Scheibe warm zu werden, habe aber mittlerweile alle Hoffnungen auf Erfolg aufgegeben. Mir kommt es so vor, als wüsste man bei SOTM nicht so recht, wohin die Reise gehen soll. Ob man aufgrund des Erfolges des Vorgängers nun Angst vor der eigenen Courage hat und deshalb ein auf-Nummer-sicher-Album für die "Fans" gemacht hat? Man weiss es nicht. Ich hoffe aber sehr, dass die Truppe mit dem nächsten Album die kreative Pause (die "Privilegivm" schlicht und einfach darstellt) beendet und wieder deutlich mutiger wird. Denn wenn ich schon einem neuen SOTM-Album nicht sonderlich viel abgewinnen kann, so ist es mir im Interesse der Band lieber, einer musikalischen Vision nicht folgen zu können, als von aufgewärmten Restideen gelangweilt zu werden.

6 /10

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Lupus Lounge

 

Erik
09.10.2009