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"Ach wie süß, noch so ein Haufen Pseudo-Bösewichter, die gerade mal
wissen, wie man eine Gitarre richtig rum hält..." Das in etwa waren
meine Gedanken, als ich die dezent einfallslosen Liedtitel der
vorliegenden Platte gelesen habe und mir dann zu allem Übel auch noch
ein Bild der vier halbstarken Südländer in die Hände gefallen ist.
Aber wehe, wenn man sich dann doch auf das Wesentliche - die Musik -
konzentriert, denn mit dem Einstiegstitel "Excerpts Of Fury" ballern
die Italiener ohne mit der Wimper zu zucken gleich mal ein ziemlich
amtliches Brett durch die Lautsprecher. Rasender Blastbeat,
schreddernde Gitarren - also alles in bekannter Manier? Nicht
ganz, denn wer noch ein bisschen länger dran bleibt, wird schnell
merken, dass er sich mit "Born From The Dark Rib" einen hausgemachten
Black/Thrash-Bastard in die Anlage geholt hat. Oder andersrum gesagt:
Wenn da nicht gelegentlich dieser fiese, kleine Giftzwerg so
gemeingefährlich im Black-Metal-Stil rumkeifen würde, könnte man sich
manchmal zu Recht fragen, was in Dreiteufelsnamen eine Besprechung
dieser Scheibe auf einer Schwarzmetallseite verloren hat.
Doch so überraschend positiv der Einstieg auch zu gefallen weiß -
schon bald klopft die unausweichliche Frage "Kann der Rest halten,
was der Opener verspricht?" am Türchen und damit wären wir auch schon
beim Casus Knaxus angelangt, denn genau an diesem Punkt gerät das
Quartett ins Stolpern. Wo es nämlich gut gemachtem Black Metal
gelingt sich atmosphärisch vom Begriff der "Musik" zu lösen, erden
sich Sidus Tenebrarum durch den prägnanten Thrasheinfluss quasi
selber und müssen sich unvermeidlich an greifbaren Eckpunkten wie
Riffqualität und Abwechslung im Songwriting messen lassen. Und gerade
ersteres Kriterium hängt desöfteren wie ein Damoklesschwert über den
Liedern - im Falle von "When Mind Collapses" und "Vril" geht
das Hazardspiel noch gut, "Nothing Foreign" und "Lord Of The Night"
würden im Falle des Falles allerdings locker einen Kopf kürzer
gemacht. Entweder die Hauptriffs zünden und reißen den Hörer mit oder
... sie tun es eben nicht. Gerade dann macht sich umso schmerzlicher
bemerkbar, wie chaotisch und irreführend die Lieder teilweise
aufgebaut sind und dass sich der Tiefgang des Materials in etwa mit
dem einer Pizza vergleichen lässt. Für subtile Melodien oder
versteckte Details war bei all dem Gedresche wohl einfach kein Platz
mehr.
Was man den Kollegen aus dem Süden jedoch lassen muss, ist, dass ihr
Werk in sich homogen wirkt. Die Waagschale mag zwar manchmal doch arg
in Richtung Thrash ausschlagen, dennoch ergeben die beiden Stile im
Falle von Sidus Tenebrarum eine gesunde Einheit und keinen
zusammengewürfelten Riffbrei. Aber auch wenn eine gewisse
Ohrwurmqualität nicht von der Hand zu weisen ist, bietet "Born From
The Dark Rib" mir aufs Ganze gesehen dann doch zu viel "Links rein,
rechts raus". Festzustellen bleibt schließlich, dass es sich hier um
ein ordentliches Debütalbum handelt, das im Endeffekt jedoch leider
zu wenig Tiefe und Nachhaltigkeit auffährt. |
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