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Herzlichen Glückwunsch! Egal, welche Ziffer den Artikel am unteren Ende ziert, eine Nominierung für den Preis der unfreiwilligsten Selbstironie des Jahres haben Allmacht schon mal sicher. Die Laudatio: Im Beipackzettel wird bedeutungsschwanger, jedoch ziemlich fehlgeleitet was von individuellem Ausdruck geschwafelt und dass man sich ja von Klischees und Konventionen eines Genres absetzen will. Jungs, könnt Ihr von mir aus gerne machen, nur dürft Ihr dann nicht wie Myriaden an Bands vor euch das kleine Themenalphabet des Black Metal rauf- und runterbeten, was von Natur und Vergänglichkeit anleiern und Euch mit einem Logo schmücken, das aussieht wie etwas, das der verantwortliche Künstler beim Erschaffen des Alcest/Amesoeurs-Schriftzugs hochkant in den Papierkorb gepfeffert hat.
Wo wir gerade schon so schön auf dem PR-Papierchen rumscharwenzeln: "Die Musik ist darauf bedacht, atmosphärische Momente zu erzeugen [...]". Allmacht nähern sich diesem Ziel dabei vom Ansatz der Monotonie und Schlichtheit her - das will erstmal nichts Schlechtes heißen, hat ja schließlich bei genug anderen Bands auch geklappt. Nur hat es die Lübecker Truppe dabei mit der Eintönigkeit - Monotonie mit negativer Färbung - doch etwas zu bunt getrieben. Zwei oder drei Riffs in verschiedenen Varianten über eine Laufzeit von fünf bis zehn Minuten andauernd wiederholt wie die abgedroschene Sau durchs Dorf zu treiben, ist in etwa so mitreißend wie die Übertragung der Hallenhalma-Lokalmeisterschaft aus der Dorfkneipe in Eiderstedt. Furchtbar schlecht sind die totgenudelten Riffs zwar nicht, doch was ihnen eindeutig fehlt, ist die Dringlichkeit. Wo beispielsweise Wolves In The Throne Room den Hörer mittels impulsivem Drumming früher oder später in eine treibende und pulsierende Hypnose entrücken, dümpeln Allmacht in ihrer wabernd-langweiligen Atmosphäre minutenlang regungslos vor sich hin. Ich bin ja nun wirklich niemand, der in Jubelstürme ausbricht, wenn sich die Schießbude mit der Rate eines Presslufthammers durch den Silberling prügelt, aber im Falle Allmachts bekomme sogar ich Sehnsucht nach einem Blastbeat - ach was - nach einfach etwas lebhafterem Geklopfe. Lebhafter hätte indes auch die stimmliche Leistung ausfallen dürfen: Zur Atmosphäre gehört für mich auch Emotion - und die kann ich bei derart farblosem Gekrächze bei bestem Willen nicht entziffern. Im Titelstück versucht man's dann sogar mal mit Klargesang - allzu viel Erfolg bleibt jedoch auch dieser Maßnahme nicht beschieden.
Als Lichtblicke gehen noch die akustischen Zwischenspiele durch, welche vor allem in "Einklang" und "Ausklang" dann doch für die angepeilte Atmosphäre sorgen, und dass das längste Stück "Vergänglichkeit" in seinen guten Momenten sogar ansatzweise etwas wie epische Stimmung verbreitet. Aber dass das bei weitem nicht ausreicht, um dieser jungen Band eine blühende Zukunft vorauszusagen, versteht sich wohl von selbst. |
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