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Vor ein paar Wochen erst kam von der Aeternitas Tenebrarum Music Foundation ein elektronisches Rundschreiben u.a. mit der Nachricht, dass die Veröffentlichung des Debüts von HomSelvareg gestrichen sei. Weil kein Geld da sei. Weil die Metaller von heute für Musik lieber nicht bezahlen. OK, ich will gar nicht bestreiten, dass es Plattenfirmen anno 2009 nicht unbedingt rosig geht. Aber: zumindest bei der ATMF ist man am Stand der Dinge nicht ganz unschuldig. Kurz nach eben jener Botschaft lag nämlich "Aurelia" in meinem Briefkasten, der erste Versuch der Briten von Sanctus Nex. Sicher, BM, der sich ein bisschen "orthodox" gibt, ist schon seit ein paar Jahren sehr angesagt. Ich halte es aber für kurzsichtig, sein Heil in langfristig hoffnungslosen Mitläufern zu suchen, anstatt sich eine Band wie HomSelvareg zu sichern, die bisher grosses Lernvermögen bewiesen hat und aus der vielleicht wirklich mal was werden könnte.
Nun, in Italien sieht man diese Dinge offensichtlich ein bisschen anders, und so höre ich mir jetzt "Aurelia" an. Zugegeben, so schlimm ist es gar nicht. Die Insulaner haben ein ordentliches Album eingespielt, da kann man im Prinzip nicht meckern. Ein paar halbwegs nette Melodien gibt es zu bestaunen, die Produktion ist recht hörbar, und stilistisch komme ich mit dem Album auch klar, sonderlich anspruchsvoll ist diese etwas episch-ausladendere Interpretation neumodernen OrthoBMs (man nehme einen Tropfen Merrimack, löse ihn in zehn Litern Wasser und füge einen Hauch DsO hinzu) ja nicht. Als Klangteppich eignet sich die Scheibe durchaus, nichts stört, nichts drängt sich auf, nichts fesselt sonderlich, nichts reisst mit, alles recht nett - und genau das ist natürlich das Problem. "Aurelia" ist gefällig und harmlos, unaufregend und oberflächlich. Aus Labelsicht kann ich hier keine andere Motivation erkennen, als schnell ein paar einfache orthodoxe Euros zu machen. Künstlerische oder ideelle Werte haben - das muss man einfach mal so sagen - bei der ATMF mit den Jahren scheinbar deutlich an Bedeutung verloren.
Doch die Beweggründe der Plattenfirma will ich der Band gar nicht vorwerfen. Fakt bleibt aber, dass Sanctus Nex sich für den Anfang vielleicht mit einem Demo hätten begnügen sollen. In ein, zwei Jahren hätte man dann sogar etwas Charakter entwickeln können, um etwas zu veröffentlichen, das ich nicht einfach so als wenig inspirierte Fliessbandware abfertigen könnte. Denn Potential hat die Truppe durchaus, völlig schrecklich ist "Aurelia" ja nicht. Aber muss es wirklich immer sofort ein komplettes Album sein, auch wenn man eigentlich noch nichts zu sagen hat? |
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