EYECULT

Morituri Te Salutamus (CD 2009)


"the Swastika and the cross goes [sic!] hand in hand"

Sowas bei Ewiges Eis Records? Das passt ja so gar nicht zum Grossteil vom sonstigen Labelprogramm. Ob da die Texte vor Veröffentlichung nicht so genau begutachtet wurden?
Nun, das wäre ja nicht sonderlich tragisch. Offensichtlich hat man sich aber auch mit der Musik nicht grossartig beschäftigt. Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, wie Dark Funeral, Naglfar, Emperor und sogar Anaal Nathrakh (!) in die Werbung zu "Morituri Te Salutamus" geraten sind. Mal ganz abgesehen davon, dass diese untereinander nicht viel gemein haben, haben sie auch mit dem musikalischen Schaffen von Eyecult wenig bis gar nichts zu tun. OK, Naglfar kann man mit viel gutem Willen gelten lassen, wenn man damit die Truppe grob im schwedischen MeloBlack/Death verorten will; aber das war's dann auch schon.
Naja, auch irreführendes Name-dropping ist letztendlich eher nebensächlich. Wichtiger ist, was "Morituri Te Salutamus" tatsächlich musikalisch zu bieten hat. Leider ist auch das nicht allzu prall. Schon der erste Eindruck - und der ist bekanntlich nicht ganz unwichtig! - geht völlig in die Hose. Das angeblich menschlich betriebene Rhytmusgerät tackert dermassen störend los, dass ich trotz gegenteiliger Bookletangaben so ganz und gar nicht von seiner Echtheit überzeugt sein kann. Welcher Schlagzeuger möchte denn bitte so klingen?
Macht nichts! Auch darüber würde ich als bekennender Freund schwedischer Klänge sicher hinwegkommen. Allein, mir fehlen die triftigen Gründe. Zwar repräsentieren Eyecult ein Genre, für das ich eine sehr ausgeprägte Schwäche habe, aber die ist dann doch nicht so ausgeprägt, dass ich "Morituri Te Salutamus" auch nur halbwegs gut finden könnte. Ein Hauptproblem besteht darin, dass das Ganze sehr hektisch ausgefallen ist. Sicher, "With Fear I Kiss The Burning Darkness" ist auch hektisch, ebenso mach(t)en etwa Unquintessence oder Ether aus Kanada durchaus hektische Musik. Aber die vermitteln dadurch etwas. Eyecult dagegen vermitteln einfach nur Hektik. Dieser Eindruck von Ziellosigkeit wird dadurch vertieft, dass die Stücke mitunter eher schlampig arrangiert wirken. Da werden Teile ohne jeden Übergang zusammengepappt, die schlicht nicht zusammen passen, deren Kontrast aber den dramatischen Effekt vermissen lässt, der derlei Zusammenstösse sinnvoll machen würde. Zu allem Überfluss sind auch die Melodien aus dem Hause Eyecult selbst in den besten Momenten eher zweite Garnitur. Das mag zwar alles melodisch gemeint sein, ist unterm Strich aber viel zu oft einfach nur Gedudel.
Zählt man "hektisch" und "Gedudel" zusammen, so kommt man schnell zu dem Schluss, dass ich von "Morituri Te Salutamus" nicht gerade begeistert bin. Vielmehr muss ich festhalten, dass die Platte mir regelmässig spätestens zur Halbzeit auf die Nerven geht, da helfen auch ungefähr anderthalb ganz erträgliche Momente nichts. Da ich Eyecults musikalische Ausrichtung prinzipiell mag und die Sparte garantiert nicht unter einem Überangebot an Musik leidet, kann man das fast schon als Leistung werten. Bleibt natürlich die Frage, ob das die Sorte Leitung ist, nach der Musiker streben sollten.

4 /10

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Ewiges Eis Records

 

Erik
30.12.2009