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Hellveto. Schon wieder. Seit mir das polnische Projekt mit "In Arms of Kurpian Phantom" das erste Mal über den Weg gelaufen ist, sind mir alle Nase lang neue Werke von Alleinunterhalter und Workaholic L.O.N. untergekommen, bisweilen hat es der gute Mann auf drei Alben im Jahr gebracht, die totale Xasthurisierung (ein Begriff, an dem ich festhalten möchte, auch wenn das australische Spassprojekt Drowning The Light auf dem Gebiet der Produktivität laufend neue, lächerliche Rekorde aufstellt). Der Qualität hat das - natürlich - nicht sonderlich gut getan. Fand ich "... Phantom" ziemlich ansprechend, wenn auch im Rückblick etwas zu hektisch und überladen, so hat sich mein Interesse an Hellveto im Zuge der folgenden Veröffentlichungen schnell verflüchtigt. Nicht dass ich mir alles angehört hätte, das schafft ja kein Mensch, aber womit ich mich beschäftigt habe, das war eben doch eher flüchtigst dahingeschusselt als mit Herzblut erschaffen.
Ob "Kry" dieser Entwicklung ein Ende setzt oder in einem Meer der mittelmässigen Hellveto-Veröffentlichungen lediglich ein Ausreisser nach oben ist, kann ich natürlich im Moment schlecht beurteilen. Ich kann aber auf jeden Fall festhalten, dass "Kry" für meinen Geschmack ziemlich gut geworden ist. Habe ich mich weiter oben erst darüber beschwert, dass mir Hellveto einst etwas zu angestrengt und anstrengend war, so gilt diese Kritik für den neuesten Streich nicht mehr. Zwar passiert in L.O.N.s Musik noch immer jede Menge, das Ganze wirkt mittlerweile aber viel aufgeräumter. Auch orchestral ist das Material nach wie vor, nur schäumt es eben nicht mehr so wild und chaotisch über. Zu verdanken ist das dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Erstens stellt die Produktion die tragenden Melodien deutlicher in den Vordergrund, und zweitens hat man sich um eine deutliche Straffung der Kompositionen bemüht; dass die Spielzeit diesmal nur knapp über einer halben Stunde liegt, mag dafür als Indiz gelten. Auch ist das Album für meinen Geschmack etwas metallischer ausgefallen, zumindest im Vergleich zum überbordenden Georgel in der Vergangenheit. Erhalten geblieben dagegen sind uns die typischen Hellveto-Melodien, die heutzutage besser zur Entfaltung kommen und die zusammen mit dem vielfältigen Schreikrächzgrummelgesang für ansprechende Unterhaltung zwischen Melancholie und Kampfeslust sorgen.
Wie gesagt, ob man von "Kry" auf die allgemeine Entwicklung von Hellveto schliessen kann, werden wir erst in ein paar Jahren in der Rückschau bewerten können. Schon jetzt kann ich für meinen Teil aber immerhin sagen, dass "Kry" mein Interese an Hellveto wiederbelebt hat. Das ist ein Kunststück, dass Xasthur erst noch gelingen muss. |
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