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Was ist eigentlich das Schlimmste, das der norwegische BM hervorgebracht hat? Dimmu Borgir? Kaum. Für meinen Geschmack eher diese ganzen untalentierten Combos, die offensichtlich sehr gern fett verkaufen würden, denen aber sogar die Kreativität abgeht, ein ordentliches kommerzielles BM-Album hinzubekommen. Sowas wie Mactätus. Oder Ragnarök. Oder Thundra, Tidfall, Svartahrid. Oder oder oder. Bands, bei denen man nie so recht weiss, wofür sie eigentlich stehen. Bands, die ihren zahn- und ziellosen MeloBM mit gerade gängigen Gimmicks verzieren, um wenigstens ein bisschen Aufmerksamkeit zu erregen. Bands wie Framferd.
Man ist ja als Schreiberling so einiges gewohnt, was hier mitunter eintrudelt ist wirklich unter aller Sau. Dennoch haben mich Framferd überrascht. Nicht unbedingt durch absolute Schlechtigkeit sondern eher durch die erstaunliche Diskrepanz zwischen Selbstdarstellung und musikalischer Realität. Da gibt es eine richtige Plattenfirma (zumindest theoretisch), eine halbwegs professionell gemeinte Seite im Netz, schicke bunte Bandfotos, vollmündig getextete Pressekits und dergleichen. Und dann gibt es das neue Scheibchen "Landgang", das ziemlich grosser Unsinn ist. Man nehme DM-versetzten MeloBM aus der untersten Schublade, reichere das Ganze mit ein paar Wikingerhelmen an, et voilà, fertig ist das neue Meisterwerk, mit dem Framferd "aspire to reach out to a bigger and more international audience", mit dem Framferd also die Welt erobern wollen. Mit Verlaub, das dürfte, auch wenn ich durchaus zu Zynismus und Pessimismus neige, verdammt schwer werden. Selbst wenn ich alle meine Vorstellungskraft aufbringe, will mir einfach nicht einfallen, wer an diesem schwabbelig produziertem Etwas ohne Bombast, Aggression, Melodien, Bosheit, Eingängigkeit - sprich: mit ohne gar nichts - wer an diesem musikalischen Nichts Interesse haben sollte. Jaja, natürlich hat sogar "Landgang" jene anderthalb erträglichen Momente zu bieten, die die Gesetze der Wahrscheinlichkeit vorhersagen, aber das war's dann auch schon. Jenseits dieser wenigen Lichtblicke ist es langweilig bis qualvoll, dem uninspirierten Rumgeriffe lauschen zu müssen, das ganz sicher weder Kommerzfreunde noch Krachfetischisten hinterm Ofen hervorlocken dürfte.
Die wenig berauschende Qualität vieler BM-Projekte erkläre ich mir gerne damit, dass es bei Soloversuchen Minderjähriger halt keine Qualitätskontrolle gibt und es an Erfahrung mangelt. Bands wie Framferd sind viel schwerer zu verstehen. Dass vier Erwachsene, die seit sechs oder sieben Jahren musizieren, derlei in jeder Hinsicht uninteressante und zudem noch nicht mal handwerklich sonderlich gut gemachte Musik unters Volk bringen wollen, ist für mich schlicht unbegreiflich. |
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