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Es ist ein mittelgrosses Wunder, dass Nagelfar jemals ein Album rausgebracht haben, von dreien ganz zu schweigen. Denn wenn man sich so anhört, was Meilenwald und Zorn heute so treiben, kann man sich nur schwer vorstellen, dass es die beiden lange im selben Proberaum aushalten würden. Während TROB nämlich finstersten BM fabriziert, steht Simple Existenz für...
Ja, für was eigentlich? Ich habe mir "Das Leben vor dem Tod" jetzt schon ziemlich oft angehört, aber eine richtige Schublade für Simple Existenz will sich einfach nicht aufdrängen. Natürlich ist das prinzipiell positiv zu werten, macht die Arbeit des Schreiberlings aber komplizierter als gewöhnlich. Versuchen wir es statt einer schlichten Genrezuordnung also mal mit einer umfassenderen Beschreibung. Zorn präsentiert mit seinem Projekt Musik, die irgendwo zwischen Rock und Black Metal anzusiedeln ist, das letztere Extrem aber nur selten erreicht. Das Ganze kommt mit viel Pathos daher, für den neben gelegentlichen heulenden Gitarren vor allem der Gesang zuständig ist, der äusserst vielfältig ist, hier und da an "Hünengrab" erinnert und von Gekrächze bis hin zu Witt/Heppner fast alles auffährt. Stellenweise gibt es recht poppigen weiblichen Gesang und ab und an wird etwas geboten, was ich mal als Gröhlrock bezeichnen möchte. Textlich - "spreiz die Flügel und fliege los" - wird mitunter gar Disney geboten. Als Beispiel für die stilistische Unzurechnungsfähigkeit des Albums sei nur das erste Stück "Der sterbende Mann" genannt, das wie Nagelfar anfängt und wie Rammstein aufhört.
Trotz der Vielfalt, die sich wie ein wildes Sammelsurium liest, ist "Das Leben vor dem Tod" ein Album, das absolut Hand und Fuss hat. Ein zweifellos sehr persönliches Album, das sich nicht grossartig um den Hörer kümmert. Leider aber auch ein Album, mit dem ich nicht recht warm werden will. Rein "objektiv" weiss ich Zorns Kreativität und Individualität absolut zu schätzen, doch rein gefühlsmässig finde ich zu Simple Existenz keinen Zugang. Das ist schade (für mich), dem Künstler sicher absolut egal und sollte auf keinen Fall jemanden davon abhalten, der Scheibe ein oder besser noch zwei Chancen zu geben. |
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