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Rauschen. Hmja... Immer noch Rauschen. Bleiernes Rauschen... Ist das da im Hintergrund
etwa ein Schlagzeug? Und bild ich mir das nur ein oder schreit da grad einer rum? Tja,
herzlich willkommen in der Klangwelt von Ophidian Forest! Hier gibt's gemäß dem Sprichwort
weder Hand noch Fuß, sondern einfach nur eine massive Klanggewalt, die vor allem aus den
Tiefen des dumpfen Viersaiters beschworen wird. Und die ist derart drückend, dass dagegen
bisweilen selbst die Gitarrenwände von Bands à la Wolves in the Throne Room wie mit der
Mächtigkeit einer Sandburg ausgestattet wirken. Dass - wie angedeutet - das Ganze
phasenweise ohne Hand und Fuß daherkommt, hört man leider auch den Liedern selbst an. Die
Tatsache, dass sich die drei Mitglieder der Band noch nie gesehen haben und sich
wahrscheinlich nicht mal erkennen würden, wenn sie sich sonntagsmorgens beim
Brötchenholen über den Weg laufen, mag man noch als mehr oder weniger feinen PR-Gag abtun
- schlechte Auswirkungen auf die Stimmigkeit und Konsistenz des Liedguts hat diese
experimentelle Konstellation jedoch allemal.
Klar, die dröhnenden Gitarren und das knackige Schlagzeug wummern derart, dass man nicht
umhin kommt, eine fast schon hypnotisierende Wirkung zu bemerken. Danach hört's dann bei
mir aber auch schon wieder auf, denn eine wirklich dauerhafte Atmosphäre kann ich mir von
all dem undurchdringlichen Gerausche beim besten Willen nicht kaufen. Wie auch? Wenn einem
minutenlang lang immer fast gleich klingende Gitarrenriffs die Ohren zuröhren, kann man
sich ja auch gleich vors kaputte Radio setzen und sich eine Runde den Klassiker "White
Noise" zu Gemüte führen. Abwechslung schaffen nur einzelne lichte Momente, wie
beispielsweise das ziemlich abgefahrene Keyboard in "The Poisoning", oder die chaotischen
Taktwechsel des Schlagzeugs. Ja, richtig gelesen, die muss man tatsächlich als
Abwechslung aufführen, denn bei den Saiteninstrumenten ist's dank der extrem überdrehten
Verzerrung schnell Essig mit dem Raushören irgendwelcher auflockernden Riffs.
Was die Band so abhebt, nämlich der extravagante Sound, und ihr auch zugegebenermaßen den
einen oder anderen interessanten Augenblick beschert, bricht ihr letzten Endes leider
ebenso erbarmungslos das Genick. Ich würde "Redbad" ja gerne mit einem "Man muss sich
reinhören, bis man die Qualität der Scheibe entdeckt" nach Hause schicken, aber mich
persönlich hat die Platte auch nach dem x-ten Durchlauf nicht sonderlich vom Hocker
gehauen. Wer auf betäubendes Rauschen steht, kann sicher mal einen Ausflug in die
eigenwilligen Tonlandschaften von Ophidian Forest unternehmen, aber für alle anderen
dürfte "Redbad" wohl kaum mehr als mäßig-solide Kost sein. |
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