DET VIDAAPNE GAP

The Temple of the Mind (Demo 2009)


Es ist schon ein bisschen her, dass ich auf diesen Seiten öffentlich etwas richtig doll fand - und daran wird sich auch heute nichts ändern. Verantwortlich für ein weiteres Stück nicht so dollen Black Metals ist diesmal Det Vidaapne Gap aus Norwegen, ein Nebenprojekt von Hat, die - völlig zu Recht - wahrscheinlich auch kaum eine Sau kennt.
DVG sieht sich selbst als "Black Metal / Experimental" und nennt als Einflüsse "Krzysztof Penderecki, Gustav Holst, Wolfgang Amadeus Mozart, Witold Lutoslawski, Dmitri Shostakovich, Mr. Doctor", was uns natürlich gar nichts über die Musik verrät, das Projekt in all seiner Blasiertheit aber gleich mal ordentlich unsympathisch erscheinen lässt. Oder vielleicht bin ich ob soviel Kultur auch einfach nur eifersüchtig. Glücklicherweise ist das aber nicht so tragisch, denn man muss Penderecki nicht kennen, um DVG halbwegs richtig einzuordenen. Nein, dazu reicht schon das kleine BM-Einmaleins, mit dessen Hilfe man Det Vidaapne Gap ziemlich eindeutig als Nacheiferer klassischen Manes-Materials verorten kann. Nacheiferer wohlgemerkt, ans Original kommt man natürlich nicht heran. Aber der durch mechanisches Getrommel, Gitarrensound und Keyboards heraufbeschworene "spacige" Eindruck kommt schon ungefähr hin, das ist ja immerhin etwas. Dazu gibt es dann ein paar rockige Abschnitte, aggressive Ausbrüche und immer wieder ein bisschen Gespiele in Form von Orgelklängen oder Ah-Ah-Gestöhne oder Ähnlichem. Was es dank all der Vielfalt nicht gibt, sind stimmige Kompositionen oder eine dichte Atmosphäre. Dazu ist das Ganze zu zerfahren und nicht ordentlich zu Ende gedacht. "The Temple of the Mind" ist Brainstorming-BM, bei dem auch die guten Ideen nicht richtig zur Geltung kommen.
Doch immerhin bleibt festzuhalten: Dieses Demo beinhaltet auch gute Ideen. Für Det Vidaapne Gap besteht also Hoffnung, auch wenn dieses erste Lebenszeichnen nicht gerade weltbewegend ist. Auf jeden Fall ist DVG schon jetzt interessanter als Hat. Das ist zugegebenermassen nicht viel, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

4 /10

Official Website

 

Erik
01.04.2010