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Hui, manche sind mit dem Stempel "Experimental" aber schnell zu Stelle. Reichen dazu heute wirklich schon ein paar Samples und Spielereien? Nun ja, bei mir nicht, deswegen packe ich denn Dødkvlt auch schlicht in die MeloBlack-Schublade, in die das finnische Soloprojekt am ehesten gehört.
In der Praxis bedeutet das eine Menge Vielfalt, von eher unspannendem Death/Thrash (etwa der Anfang von "The Rain") mit Heavy-Metal-Leads bis hin zu dramatisch-sinfonischen Momenten, die wie eine BM-Version von "La Masquerade Infernale" wirken, wenn auch weit weniger pompös. Es ist ein weites Feld, das hier beackert wird, wobei sich der Grossteil der Scheibe leider auf MeloBM aus dem Klischeebaukasten beschränkt und über ausgelutschte und totgerittene Stilmittel wie pseudoimposante Keyboardwände oder klimpernde Klavierbegleitung nicht hinauskommt. Die "experimentellen" Elemente bieten da wenig Trost, denn eine sonderlich zentrale Rolle spielen sie nicht - und in erster Linie sind es eben pure Spielereien, Zierwerk. Ist die Form wenig überraschend, so ist auch der melodische Inhalt nicht besonders berauschend. Die 35 Albumminuten bieten sage und schreibe eine Keyboardmelodie, die man nicht sofort vergisst. Ansonsten gibt es uninteressante Riffs und nichtssagendes Tastenfüllwerk - alles flüssig und eingängig arrangiert, aber letztendlich schrecklich belanglos.
Das grösste Problem von Dødkvlt ist nicht, dass man absolut nichts könnte, nein, das grösste Problem ist, dass der gleiche oder ähnlicher Scheiss schon von hunderten und tausenden Bands und Projekten besser gemacht wurde. Viel besser. Nehmen wir nur mal In Vain, die man gar nicht genug hochjubeln kann: Jedes einzelne Riff und jede Melodie auf "Mantra" ist mehr wert als das gesamte Dødkvlt-Debüt. Solange es Bands wie In Vain gibt, braucht Projekte wie Dødkvlt kein Mensch. |
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