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Eine komische Vorstellung von Werbung haben sie, die Herren von Urgewalt. Da das erste Demo des Projektes dank lächerlichster Limitierung nicht mehr zu haben ist, man aber trotzdem seinen Namen unters Volk bringen möchte, lässt man willigen Schmierfinken sein Schaffen in elektronischer Form zukommen - so weit, so (halbwegs) nachvollziehbar. Schwer verständlich finde ich aber, dass mir digital klirrender Klangschrott auf niederstem Myspace-Niveau zugesandt wird. Wie soll ich - jetzt mal rein hypothetisch - denn bitte Musik loben, deren Konsum schlicht unangenehm ist?
Glücklicherweise ist der Verlust nicht allzu herb - "Mystik" ist nicht sonderlich umwerfend. Allerdings sind die ersten Gehversuche von Urgewalt musikalisch durchaus hörbar genug, dass ich nichts dagegen hätte, dem Ganzen in einem weniger verhunzten Klanggewand zu lauschen. Geboten werden dem Hörer ein überlanges Intro, das mit flockigem Beat wohl für die Gruftidisko fit gemacht werden soll und ohne diesen sicher nicht so albern wirken würde, sowie eine viertelstündige BM-Komposition, die andeutet, dass aus Urgewalt mal was werden könnte. Stilistisch bewegt man sich irgendwo zwischen den epischsten Lunar-Aurora-Sachen (zwischen PdH-Split und "Zyklus"), Paysage d'Hiver und DarkSpace, also im sogenannten Ambient BM. "Vampir - Ein Dämon in Ketten..." ist gut umgesetzt und stimmig arrangiert, angemessen monoton und halbwegs atmosphärisch - fehlt nur noch die zündende Idee, die aus einem erträglichen Lied ein grossartiges machen würde.
An dieser Idee werkeln Urgewalt vermutlich gerade - und wenn die Jungs tatsächlich fündig werden und ausserdem noch an die Geschmacksfilter denken und alle "Beats" aussen vor lassen, dann kann aus dem nächsten Werk ein recht interessantes werden. Vielleicht kriege ich dann auch eine Version, die nicht so übel klingt. |
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