ECLECTIKA

Dazzling Dawn (CD 2010)


"Metal / Ambient / Experimental"? Hehehe. Schön wär's. Eclectika spielen schlicht Kram der Marke "deutsche MeloBM-Demoband Ende der Neunziger". Veredelt bzw. vielmehr verekelt wird das Ganze durch gar schröckliches Geheule eines mutmasslich weiblichen Wesens, das immerhin ca. die Hälfte aller Töne trifft. Ambiente und Experimente sollen wahrscheinlich durch diverse Keyboard- und Klaviereinlagen repräsentiert werden, aber einen Haufen Intros - denn richtige Kompositionen sind das eben nicht - empfinde ich persönlich weder als stimmungsvoll noch als originell, sondern eher als Mangel an "richtiger" Musik.
Womit wir auch schon beim Hauptproblem von "Dazzling Dawn" wären: Es mangelt trotz einer Spielzeit von 49 Minuten schlicht an Musik, denn den dünn "produzierten", grausamen Wegwerf-BM der Combo kann man eigentlich nur mit viel gutem Willen als solche bezeichnen - und das ohrenzerfetzende Geträller der Dame am Mikrofon macht eine Kategorisierung als Musik letztlich unmöglich.
Das einzig Interessante an Eclectika ist der gravierende Unterschied zwischen Präsentation und Inhalt. Dickes Booklet mit vielen bunten Bildern... nun will ich nicht behaupten, jemand hätte sich riesengrosse Mühe gegeben, denn das billigst gephotoshoppte Bandfoto spricht eine andere Sprache - aber immerhin hat jemand Zeit bei Google zugebracht, um diese Bilder zu finden. Hätte jemand die gleiche Menge Zeit investiert, um "Dazzling Dawn" kritisch anzuhören, wäre das Album nie veröffentlicht worden.

1 /10

Official Website

Myspace

Asylum Ruins Records

 

Erik
06.05.2010