FURIA

Halny (CD 2010)


Schon wieder was Neues von Furia - geht denen eigentlich nie die Puste aus?
Nun, bis jetzt glücklicherweise nicht, denn auch "Halny" ist wieder ein ziemlich grossartiges Stück Black Metal geworden. Und vielleicht noch wichtiger: ein interessantes, originelles Stück Musik. Furia gehen konsequent bis radikal den Weg weiter, den schon das letzte Album angedeutet hat; weg vom leicht Verdaulichen, hin zum Persönlichen und mitunter auch Verschrobenen. Für "Halny" bedeutet das eine 20minütige Mammutkomposition, die problemlos den Bogen vom psychedelisch Verspielten bis zum schwarzmetallisch Rüpelnden spannt. Besonders die langsamen Abschnitte sind dabei sehr spacig, allerdings nicht im Sinne von Darkspace, sondern eher im Sinne von 70er-Jahre-Prog und Drogenkonsum. Darauf muss man sich einlassen, keine Frage. Aber wenn man dazu bereit ist, hat man seine helle Freude daran, wie diese neuen Elemente naht- und problemlos mit dem für Furia typischen dynamischen und durchaus melodischen Black Metal verbunden und stellenweise gar verschmolzen werden.
"Halny" wirkt stellenweise improvisiert und spontan aufgenommen, wie im Rausch des Augenblicks entstanden. Gleichzeitig ist das Stück aber so perfekt arrangiert, dass es trotz seiner Länge nicht aus den Fugen gerät. Wie genau Furia diese Gegenpole so spielerisch unter einen Hut bekommen, weiss ich nicht. Aber solange dabei Sachen wie "Halny" herauskommen, ist mir das auch ziemlich egal.

9 /10

Official Website

Pagan Records

 

Erik
12.05.2010