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Drei Jahre nach der ziemlich gelungenen "Ocean"-MCD sind Sael endlich mit ihrem ersten Album am Start, von dem zumindest ich mir einiges erwarte.
Mit "Being Judas" legen die Franzosen auch ganz ordentlich los. Geboten wird moderner, melodischer, flotter BM irgendwo zwischen Emperor und Schweden, recht verspielt und detailfreudig, aber trotzdem immer ordentlich energiegeladen. Das Stück ist flüssig arrangiert, bietet als Höhepunkt ein ziemlich schönes Lead und macht Appetit auf mehr. "Priest Of Nothingness" erweitert das Spektrum noch ein bisschen, es gibt Hammondorgel und Gniedelsolo, aber insgesamt klingt das immer noch nach Sael und ist im Grossen und Ganzen ungefähr das, was ich erhofft hatte.
Doch leider hat die Freude hier ein Ende. Lied Nummer drei nämlich verstimmt mich mit einem geschmacklosen Thrasheinschub, der schlicht nicht passt und die Band in Richtung Extreme-Metal-Beliebigkeit schiebt. Ich weiss ehrlich gesagt nicht, was sich die Band dabei gedacht hat: Wenn man anspruchsvoll-melodischen BM spielen will, dann ist die vordergründige "Härte" derartiger Ausflüge in meinen Ohren ein schwer zu verdauender Stimmungskiller.
Und so geht es immer weiter! Immer wieder Thrash, dem ich in diesem Umfeld so rein gar nichts abgewinnen kann und der die BM-Sachen mit ihren durchaus gelungenen Leads und Melodien mehr oder weniger ruiniert. Und darauf habe ich drei Jahre gewartet? Auf ein Album, das nicht so recht weiss, ob es nun BM oder doch eher "Extreme" Metal sein will? Auf ein Album, das vor lauter Vielseitigkeit keinen rechten Charakter mehr hat? Nun ja, glücklicherweise haben Annthennath aus dem Sael-Umfeld ein absolut gelungenes Scheibchen vorgelegt, mit dem ich mich trösten kann. Doch davon mehr zu einem späteren Zeitpunkt. |
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