ANNTHENNATH

States of Liberating Departure (CD 2010)


Kaum haben mich Sael mit ihrem bemüht modernen und leider etwas gesichtslosen Debüt enttäuscht, sind die gleichen Hauptdarsteller mit einem anderen Projekt zur Stelle, um mich mit einem Album zu trösten, das als Nachfolger von "Ocean" mehr Sinn macht als "The Sixth Extinction".
Annthennath präsentieren auf "States of Liberating Departure" recht reinrassigen BM, der nicht ganz unschwedisch wirkt, trotzdem aber viel Charakter aufweist. Flott geht es zu, geschickt plazierte und wohldosierte Verschnaufpauen sorgen jedoch dafür, dass keine Langeweile aufkommt. Besonders angetan haben es mir die Gitarren, die mit grossartigen Leads und Soli aufwarten und auch sonst einen Hang zur Verspieltheit haben. Ebenfalls schön ist der kräftige Bass, der sich mit einer simplen Statistenrolle nicht zufriedengibt und mitunter gar die melodische Führung übernimmt.
Neben erwähnten Stärken spricht für Annthennath vor allem die Tatsache, dass die Franzosen sich keine Schwächen leisten. Im speziellen Fall bedeutet dies die Abweisenheit irgendwelcher Spielereien, die bei Sael eben nicht bereichernd sondern vielmehr verwässernd gewirkt haben. "States of Liberating Departure" klingt "leaner and meaner", wie der Amerikaner sagen würde, Annthennath haben einen viel klareren musikalischen Fokus als Sael. Und deshalb sind sie momentan auch - weniger ist mehr! - eindeutig die interessantere und bessere Formation.

8 /10

Official Website

Pictonian Records

 

Erik
19.08.2010