VERHERN

Verhern (CD/LP 2008)


Manchmal kommt einem Kram ins Haus, bei dem man sich wirklich fragen muss, ob man heulen oder lachen soll. So wie das Promoexamplar des selbstbetitelten Werks einer Formation namens Verhern.
Was die Truppe hier bietet, ist eine Aufnahme aus dem Jahre 2004, die, wie man sich brüstet, "ohne jegliche vorangegangenen proben [sic!]" getätigt wurde. Ja super! Das ist nicht nur uralter Kram, das ist auch noch Kram, der der Band so egal ist, dass man sich nicht mal ein bisschen Mühe geben will! Ja ja, kreative Spontanität, die Magie des Augenblicks und so. My ass. Nicht dass ich deren Existenz generell bestreiten möchte, aber ich muss schon was davon hören, um es nicht bloss für leeres Geschwätz zu halten. Bei Verhern höre ich in dieser Beziehung wenig bis gar nichts. Stattdessen gibt es eine halbe Stunde lang sehr ordinären, dünn aufgenommenen deutschen Rausche-BM zwischen Gerüpel und einem gewissen Depri-Einschlag zu hören. Diese typische matschige Eingängigkeit kann man dem Material nicht absprechen, wirkliche Ideen oder gar Magie sind aber Fehlanzeige. Ähnlich klingende Projekte gab und gibt es wie Sand am Meer, sicher zahllose viel schlechtere, aber eben auch jede Mange ungleich bessere.
Wenn ein pickeliger Bengel diesen Kram bei Myspace reinstellen würde, um seine virtuellen Freunde zu beeindrucken, würde ich das Ganze mit einem Schulterzucken abtun. Dass sich aber offensichtlich erwachsene Menschen zur Veröffentlichung einer so alten, völlig irrelevanten Rumpelaufnahme entschieden haben, überrascht mich dann doch. Ganz und gar logisch hingegen finde ich es, dass dieser Kram über die Plattenfirma eines der Beteiligten erscheint. Jemand anders dürfte sich für dieses Material kaum interessieren. Die Hörer offenbar auch nicht, denn sonst würde man nicht zwei Jahre nach VÖ noch Promos in der Weltgeschichte rumschicken.

2 /10

Official Website

Eternity Records

Fimbul Productions

 

Erik
15.10.2010