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Gänsehaut und Freudentränen - was für eine Offenbarung, was für ein alles verschlingendes Monster! Fast aus dem Nichts erscheint das Einefrauprojekt Turdus Merula auf der Bildfläche und reduziert beinahe die komplette BM-Welt der Gegenwart auf reine Statistenrollen. "Herbarium" ist eine musikalische Grosstat, wie man sie nicht alle Tage zu hören bekommt, der aber bisher nur kriminell wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde.
Um die Klangwelten von Turdus Merula beschreiben zu können, sind nur die besten Referenzen gut genug. Man nehme die tiefschwarz-sphärische Weite von Darkspace, das Archaische der ersten Arckanum-Alben, die brachiale Eingängigkeit der besten Jotunspor-Momente, stelle sich dazu Klaviereinlagen vor, die etwas vom verschrobenen Charakters Bergravens haben - und das Ganze ist dann nicht mehr als eine Andeutung der Genialität dieses Projektes. Unglaubliche Urgewalt wird hier geboten, die auch von der im wahrsten Sinne des Wortes stürmischen Produktion perfekt unterstützt wird.
Ein olles Klischee, aber manchmal geht es eben nicht ohne: Worte können diesem Album nicht gerecht werden, genausowenig wie eine vermeintlich "objektive" Besprechung. "Herbarium" ist zwar, auch an greifbaren Kriterien gemessen, ein absolut perfekt gemachtes Album mit effezienten Melodien, stimmigen Arrangements, superdichter Atmosphäre und unfehlbarem stilistischen Fingerspitzengefühl - aber das sind ja alles nur "vernünftige" Ausreden, um folgenden Sachverhalt zu begründen: Turdus Merula hat ein Stück Musik erschaffen, das direkt in Herz und Seele trifft. Ein ergreifendes Stück Black Metal, das begeistert und erschüttert, das verzaubert, und das nicht nur für die Dauer von ein oder zwei Durchläufen den Rest der Welt ziemlich verzichtbar wirken lässt. Wie einst das Isten so schön sagte: Das einzige Album auf der Welt. |
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