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Alben wie "Seelenwerks Fortgang" sind der Grund, warum ich mich auch nach Jahren immer noch auf die Suche nach neuer, fesselnder musikalischer Kunst begebe, obwohl ich ohnehin zumeist das Gefühl habe, dass der Großteil der heutigen Veröffentlichungen den alten Klassikern an Intensität und Substanz nicht mal ansatzweise das Wasser reichen kann oder lediglich ein lauer Aufguss dieser sind. So kann ich zwar auch von "Seelenwerks Fortgang" ganz sicher nicht behaupten, dass hier das Rad neu erfunden wurde, aber die Leidenschaft mit der hier jede einzelne Sekunde zelebriert wird, ist schlichtweg so atemberaubend, dass von einem lauen Aufguss oder einem Plagiat, trotz starker Affinität zu den musikalischen Auswüchsen der 90er Jahre, überhaupt keine Rede sein kann.
Das beste Beispiel hierfür ist wohl der Titelsong "Seelenwerks Fortgang (Essenz durch Phasen)", der für sich allein schon die Höchstnote rechtfertigen würde. Durchweg vorgetragen in schleppendem Tempo, entwickelt der Song geradezu einen schwarzen Sog, in den man unweigerlich hineingezogen wird. Schwebende Gitarrenwände, welche durchweg weit im Hintergrund gehalten sind, bereiten die Bühne für eine alleinstehende, ziemlich clean gehaltene, Leadgitarre, die mich nahezu einlullt und mit der Unterstützung eines sehr sparsam eingesetzten Pianos fast zu Tränen zu rühren vermag.
Auch im weiteren Verlauf der Scheibe bleibt das gesamte Material packend, spannend und vor allem sehr abwechslungsreich. So wird sich nicht damit begnügt, einzig und allein in den unteren Temporegionen zu verweilen, denen noch die Stücke "Reproduktionen – Schatten toter Mechanismen" und das abschließende "My Journey" zuzuordnen sind (die beide ähnlich großartig wie das oben beschriebene Titelstück sind), sondern der dort erzielte hypnotische Effekt wird dadurch erhöht, dass zwischen diesen Dreierpack zwei schnellere Stücke eingeschoben wurden, die unverhohlen den 90er Jahren huldigen (man achte besonders auf den Gesang bei "Imprisoned In The Sump Of My Own Perciption", welcher ziemlich stark an "DMDS" angelehnt ist).
Und da sich hierzu auch das Artwork mit seinen schwarzen und dunklen Rottönen noch absolut stimmig in das Gesamtbild integriert, komme ich nicht daran vorbei, hier erstmals unter ein von mir verfasstes Review die volle Punktzahl zu setzen.
Bleibt mir abschließend nur zu sagen – setzt die Kopfhörer auf, dreht die Anlage auf und lasst Euch in den dunklen Strudel von Kargvint ziehen. Ihr werdet es nicht bereuen. |
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