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Nachdem "Return To Sodom" jetzt schon ein paar Monate auf meinem Schreibtisch rumfliegt und es immer noch nicht zur schriftlichen Verewigung auf diesen heiligen Seiten gebracht hat, bin ich wohl erstmal eine Erklärung schuldig – und die fällt so knapp wie vielsagend aus: Ich werd mit dem Teil einfach nicht warm. Manch einem mag das vielleicht bekannt vorkommen: Man hört eine CD zum ersten Mal und sie tönt gar nicht mal schlecht, auch wenn sie einen nicht vom Gesäß reißt. Aber man hat nichtsdestotrotz das dumpfe Gefühl, dass der Knoten irgendwann in naher Zeit schon noch platzt. Tja, eben so erging es mir mit Tsorers Debüt – nur mit dem klitzekleinen Unterschied, dass der Knoten auch nach monatelangem Bemühen immer noch so fest sitzt wie am Anfang. Woran mag das liegen?
Nun, ein Grund ist sicherlich das klangliche Auftreten: Rau und ungeschliffen kommen die neun Stücke daher – das mag dem ein oder anderen sicherlich spontan Freudentränen in die Augen treiben. Für mich lässt sich auf Seiten der Gitarren aber leider eine gewisse Ähnlichkeit mit einem räudigen Staubsauger kurz vorm Exitus absolut nicht von der Hand weisen. Ebenso unpassend ist, dass sich Tsorer gefühlt im immer gleichen schnarchigen Mid-Tempo durch die Songs wälzen und das Schlagzeug nur zu selten über den klassischen Punkbeat hinauskommt. Klar, wer auf Old School steht, dem wird das vermutlich schnurzpiepegal sein, aber da macht mich persönlich beispielsweise ein durchgehender Blastbeat doch wesentlich mehr an.
Böse klingen können Tsorer ja durchaus – nicht nur wegen des rüpelhaften Klanggewands und der harschen Vocals, sondern auch wegen der gelegentlich aufschreienden Leadklampfe, wie sie beispielsweise in "Misanthrope" zu beobachten ist, oder den düsteren Akustikklängen, die im Abschluss von "Gifts" mitschwingen. Was sich aber zwischen solchen klanglichen Landmarken abspielt, ist allzu oft nur belanglos, wenig mitreissend und zu sehr Durchschnittseinerlei. Man braucht "Return To Sodom" keine zehn Minuten in der Anlage rödeln lassen, um zu merken, dass es sich bei einem Großteil der Riffs schlichtweg um althergebrachtes Powerchordgeschrammel handelt, wie es anno dunnemals und bisweilen auch heute noch desöfteren zelebriert wird. Nur, dass es damals wie jetzt andere Kapellen nun mal leider um Einiges besser beherrschen und dabei vor allem mehr Pfeffer im Arsch haben – alte wie neuere Darkthrone beispielsweise.
Und so dümpeln Tsorer knapp 40 Minuten im Mittelmaß herum, ohne mir dabei völlig auf den Geist zu gehen, aber auch ohne mich wirklich zu begeistern. Und das ist ja nun mal wirklich der endgültige Abschuss bei einer Black-Metal-Platte, wenn sie mich ohne jegliche Gefühlsregung zurücklässt – auch wenn es objektiv nicht schlecht tönen mag, was da so aus den Lautsprechern böllert. |
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