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Uha, Minenfeld! Als ich mich vor mittlerweile fast sechs Jahren das letzte Mal mit den Windzombies beschäftigte und frecherweise weniger als zehn Punkte vergab, musste ich mich fragen lassen, ob ich "schlecht gefickt worden" wäre. Eine durchaus positive sieben-Punkte-Bewertung war angeblich "absolute Unverschämtheit" und "polemische Niederträchtigkeit", ihr Verfasser ein "inkompetenter Schwachkopf". Warum ich mich nun der Gefahr aussetze, der zarten Künstlerseele wieder zu nah zu treten? Ich weiss es nicht. Um das Rumpelstilzchen zu provozieren? Vielleicht, aber ein paar Lacher kann ich auch mit weniger Aufwand bekommen. Letztendlich ist es auch egal: Da ich mich nunmal ein bisschen mit "Ich träume von Finsternis" beschäftigt habe, kann ich auch gleich ein paar Zeilen dazu schreiben.
Nach dem Intro stelle ich fest, dass Die Toten kehren wieder mit dem Wind im Grossen und Ganzen noch ungefähr so klingen wie bei unserer letzten Begegnung, zumindest passen Teile der Beschreibung von damals auch auf das aktuelle Material. Tonangebend sind dünne, mehr oder weniger schrill sing-säuselnde Gitarren, die mit ihren Melodien den Stil des Projektes prägen. Zu Beginn des Albums funktioniert das ganz hervorragend, besonders die flotteren Sachen sind sehr gelungen und in ihren besten Momenten gar berührend. Aber auch die langsameren Passagen haben durchaus was zu bieten, so ist etwa der getragene Abschluss von "Herbst I" mit seinen minimalen Akustiktupfern ziemlich grossartig. Leider trägt dieses Konzept nicht das komplette Album. Schon "Ritual: Mittsommerende" kann nicht mehr übertünchen, dass die typischen DTKWMDW-Sechssaiter immer mal wieder mit mässigen bis zerfahrenen Arrangements auskommen müssen. Und das folgende "Illum Opportet Crescere, Me Autem Minui" bricht meiner Begeisterung dann das Genick, tut das komplett langsame Stück doch die ganze Zeit so, als ob da noch was kommen müsste - nur um den Hörer dann im Regen stehen zu lassen. Von dieser Krise können sich Die Toten im Anschluss leider nicht mehr erholen, sondern bieten erst eine gewollt aggressive Komposition auf, die so gar nicht zum eigenen Stil und Klang passt, nur um uns dann zwei Stücke aus dem eigenen Papierkorb zu präsentieren - ganz so, als ob man selbst eingesehen hätte, dass es diesmal nichts mehr wird.
Wenn ich nun abschliessend festhalte, dass "Ich träume von Finsternis" eine ziemlich gute MCD (oder eventuell EP) ist, die durch allerlei weniger beeindruckdendes Material auf Albumlänge aufgeblasen wurde, so kann ich nur hoffen, dass man im Hause DTKWMDW in den letzten Jahren genug gereift ist, um das nicht allzu persönlich zu nehmen. |
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