AEGEON

Portals (Demo 2011)


Rausche, rausche, klopf, klopf, klopf. Aegeon stümpert durch die Botanik wie tausende andere Projekte auch, die man ebensowenig kennen muss. Wegen Rezensionsmöglichkeiten befragt, meinte ich, elektronisches Promomaterial würde reichen, da entstünde nämlich weniger Müll - es wäre schön, sich auch mal zu irren, aber zumindest im Falle Aegeon ist das wohl deutlich zuviel verlangt.
Am erstaunlichsten an "Portals" ist die Tatsache, dass ein Demo anno 2011 noch so bescheiden klingen kann. Vom Schlagzeug ist eigentlich nur das taktgebende Tak-tak-tak zu hören, der Rest geht mehr oder weniger im Sechssaitenbrummen unter, aus dem sich ab und zu eine jämmerlich dünne Leadgitarre hervorwagt, um ein paar simple Melodiechen zum Besten zu geben. Die drei Stücke des Demos sind einander sehr ähnlich; wenn man nicht genau hinhört, könnte man das programmierte Midtempogeklopfe und die konturlos vor sich hinbrummrauschenden Gitarren beinahe für identisch halten. Nur die in die Zuständigkeit der Welthungerhilfe fallenden "Leads" sorgen für Anhaltspunkte, welches Lied gerade die Ohren verwöhnt.
An sich könnte das Konzept von Aegeon durchaus funktionieren. Grummelndes Walzenfundament und dazu explosive Leads - wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, haben ARV mit diesem Ansatz ein ziemlich ordentliches Album hinbekommen. Das finnische Projekt scheitert allerdings erstens an der Aufnahme, die die musikalische Marschrichtung der Lächerlichkeit preisgibt (Diese Giatrren, oh mein Gott!); und zweitens an einem schlichten Mangel an Ideen: noch nicht mal für drei Stücke scheint die Kreativität im Hause Aegeon zu reichen; wie eintönig ein komplettes Album sein würde, möchte ich mir gar nicht erst ausmalen.

3 /10

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Erik
09.03.2011