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Nachdem Ascension 2009 mit ihrem Demo "With Burning Tongues" eine Bresche in die Flut der BM-Veröffentlichungen schlagen konnten, schienen einige Düsterheimer den Titel etwas zu wörtlich zu nehmen und unterstellten dem Quintett mit geradezu brennenden Zungen, lediglich gehypet zu sein und den Lobpreisungen in keinster Weise gerecht werden zu können. Aber auch ein knappes Dreivierteljahr nach der Rezension hat "With Burning Tongues" aus meiner Sicht jeden einzelnen Punkt verdient - und zwar aufgrund seiner musikalischen Qualitäten und nicht, weil die Band angeblich aus Katharsis-Mitgliedern besteht oder einfach grade "in" ist.
Umso gespannter war meine Wenigkeit dementsprechend natürlich auf die erste Langrille mit dem Namen "Consolamentum". Zugegeben: Ich hatte eine relativ strikte Weiterführung des Demomaterials erwartet, das mit seiner Mischung aus treibenden Riffs und epischen Momenten mitzureißen wusste. Und so ergab es sich zwangsläufig, dass mich "Consolamentum" nach dem ersten Durchlauf erstmal etwas überrascht zurückließ. Die bislang auf ihrer Anonymität beharrende Truppe hat ihr Liedgut nämlich deutlich eingedampft und auf eine wesentlich kompaktere Form getrimmt. Wo auf "With Burning Tongues" noch drei der fünf Lieder die 10-Minuten-Marke ankratzten oder sogar übersprangen, ist auf dem Album der knapp zehn Minuten lange Titeltrack mit Abstand das längste Stück.
Das hat natürlich Konsequenzen: Zum einen, dass etwas zähe Momente wie das Outro von "Coldblooded Grace" nicht mehr vorhanden sind - aber auch zum anderen, dass einer ausladend epischen Atmosphäre weniger Platz eingeräumt wird. Die Betonung liegt hierbei auf "weniger", denn die Ausklänge von "Grant Me Light" und "Amok" erzielen nach wie vor Höchstwerte auf der Epikskala. Es ist das Grundgefühl, das Demo und Album voneinander trennt: Während "With Burning Tongues" in seiner Gesamtheit mit monströs-düsteren Longtracks den Hörer schlichtweg plattwalzte, ist auf "Consolamentum" beinahe jedes Stück für sich stehend ein sinistrer Höllenritt durch die leuchtenden Feuer der Teufelsanbetung und des orthodoxen Okkultismus.
Auffallend ist auch der dezente stilistische Wandel: Man entsinne sich nur des Hauptriffs eines "Sin Harvest", das trotz seiner Boshaftigkeit mit einem dermassenen Groove versehen war, dass man kaum ruhig auf dem Stuhl sitzen konnte. Nun, Momente dieser herausragenden Art finden sich auf "Consolamentum" seltener - dafür ist das Liedgut jedoch insgesamt deutlich treibender und flotter geworden. Man könnte demnach sagen, dass Ascension zwischen der Kraftmeierei und den fast schon doomigen Anteilen der Demo nun ihre Mitte gefunden haben - auch wenn ich zugeben muss, dass mir die gnadenlos groovenden Momente der Demo doch ein wenig fehlen. In Sachen dunkle Stimmung wird dafür jedoch sogar noch ein Zahn zugelegt, so dass "Consolamentum" darüber hinaus auch vielschichtiger und durchdachter wirkt.
Die schon hinreichend bekannten "Features" wie jaulende Leadgitarren, drückendes Schlagzeugspiel und dissonante Saitenklänge sind sowieso wieder in ausreichender Menge vorhanden und sogar verfeinert worden. Es scheint, als ob Ascension den dicken Brocken namens "With Burning Tongues" mit dem Fleischerbeil angegangen sind und all das überflüssige Fett entfernt haben, um am Ende ein saftiges und blutiges Stück pures Fleisch servieren zu können. Und meinen Respekt, denn das ist ihnen vorzüglich gelungen! |
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