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"Wenn ich dich so anschau, du kleine geile Sau [...]"
Wenn mich meine Ohren nicht täuschen, dann singt er das wirklich. Und er ist nicht Till Lindemann, und um Rammstein handelt es sich auch nicht. Nein, wir haben es mit den Bremern von Galskap und ihrem neuen Album zu tun. Ach, wenn man doch die Texte nicht verstehen könnte... dann müsste man nur noch mit einem Titel wie "Gottverreckte Strassen Bremens" leben, der (verkalkt wie ich bin) so gar nicht in mein BM-Universum passen will. Glücklicherweise macht diese überbordende Poesie kein grandioses Album kaputt.
"Kleriker des Wahnsinns" würde ich nämlich auch mit anderen Texten kaum geniessbarer finden. Die Scheibe ist, zumindest nach meinem Dafürhalten, ein etwas angestaubter Versuch, modernen und vielseitigen Black Metal zu machen. Um die Jahrtausendwende herum hätten Firmen wie Last Episode sicher versucht, dergleichen als zeitgemäss oder gar progressiv zu verkaufen, doch anno 2011 wirkt das Schaffen von Galskap... nun ja, eigentlich wirkt es überhaupt nicht. An meine Ohren dringt ein sauber-gesichtslos produzierter Mix aus melodisch-harmlosem BM, ein bisschen MeloDeath und auch etwas Heavy Metal. Der Leadgitarre wurde viel Platz eingeräumt, doch statt Gänsehaut gibt's hauptsächlich Gedudel. Verschlimmbessert wird die Scheibe durch allerlei Gimmicks von Jazzklavier bis hin zu Tarja Turunens Schwester, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt scheinen und so den Eindruck kompositorischer Richtungslosigkeit verstärken. Das kann man Ideenreichtum nennen, wenn man denn unbedingt will. Ich nenne es Beliebigkeit.
Gut, das liest sich alles ziemlich negativ, aber dummerweise fällt mir kein Grund ein, diesen Eindruck zu relativieren. "Kleriker des Wahnsinns" ist ein ziemlich langweiliges Album, dem so ziemlich alles fehlt, was mir an BM oder Musik allgemein gefallen könnte. Kein Biss, keine Atmosphäre, keine Gänsehautmelodien. Nö, so wird das nichts. Wenn schon Bremen, dann lieber die Stadtmusikanten. |
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