WILDERNESSKING

The Writing of Gods in the Sand (CD/LP? 2012)


Aus Afrika kommt kaum Metal, noch viel weniger guter Metal oder gar Black Metal, und auch sonst nur wenig Gutes. In diesem Sinne ist es eine in vielerlei Hinsicht positive Überraschung, auf eine Band wie Wildernessking zu stoßen. Und noch freudiger stimmt die Tatsache, dass "The Writing of Gods in the Sand" auch völlig ohne Exotenbonus eine ziemlich patente Scheibe ist.
"Post" meint die Truppe zu sein, das ist immer ein bisschen beängstigend, aber gottlob haben wir's hier nicht mit europäischer Heulsusenmusik zu tun. Nein, Post eher in dem Sinne, wie sich die NWoUSBM (alles von Cascadia bis Krallice, nicht zu verwechseln mit der Müllhalde USBM) von ihren norwegischen Vorbildern (In The Woods..., "Bergtatt", Enslaved) unterscheidet. Geboten wird also epischer, durchaus melodischer BM mit einigen "modernen" Elementen wie einem Hang zum Rock (nicht nur Post) und einem Faible für Tremologitarren, auch wenn man es bei weitem nicht so auf die Spitze treibt wie Krallice. Progressiv ist das Album irgendwo auch, nimmt man sich neben BM-Gerödel doch viel Zeit für verspielt mäandernde ruhige Passagen und ist so mitunter näher an den eigentlichen Wurzeln (ITW...) als an Amiland.
Was an Wildernessking verblüfft, ist die Selbstverständlichkeit, mit der die verschiedenen Elemente miteinander verbunden werden. Deswegen ist diese Schreibe hier etwas irreführend. Wenn ich schreibe, A klinge nach B, dann heißt das normalerweise, dass A nach B klingt. Im Falle von "The Writing of Gods in the Sand" ist es der mühsame und im Internetzeitalter ziemlich redundante Versuch, euch von Wildernessking eine ungefähre Vorstellung zu vermitteln. Die klingen nicht wirklich nach A oder B, die klingen hauptsächlich nach W. Einflüsse, Stile und Schubladen sind nicht so wichtig; sicher, rein objektiv betrachtet gibt es Abschnitte, die eher in die eine und Passagen, die eher in eine andere Kategorie passen. Das merkt man aber nicht, wenn man's nicht mit Gewalt drauf anlegt. Was man dagegen merkt, ist, dass hier spannende, facettenreiche und hochemotionale Musik gemacht wird. Dramatische und berührende Rockmusik im weitesten Sinne. Und das alles ohne Schwuchtelei, was ja mitunter schier unmöglich zu sein scheint.

9 /10

Official Website

Vinyl!

Antithetic Records

 

Erik
02.03.2012