|
Ayahuaira aus Peru lärmen schon seit über zehn Jahren hartnäckig durch die Anden und haben jetzt endlich ihr erstes komplettes Album fertiggestellt. Ohne Labelhilfe hat man eine halbwegs ansehnliche CD hinbekommen, die fleißig in der Welt rumgeschickt wird, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu wecken. An Engagement mangelt es also nicht, wofür man der Truppe sicher Respekt zollen muss.
Leider habe ich ansonsten nicht viel Gutes zu "Wanka Belica" zu sagen. OK, bevor ich's vergesse: Die Aufnahmequalität könnte schlechter sein. Sie ist zwar nicht unbedingt perfekt, aber zweifellos das kleinste Problem der Band. Eine viel größere Hürde auf dem Weg zu Hörgenuss ist die Tatsache, dass Ayahuaira nicht ein einziges Riff und keine noch so bescheidene Melodie eingefallen sind, die man gern ein zweites Mal hören möchte. Schlimmer noch: schon der erste Hördurchgang zieht sich unendlich in die Länge und wirkt wie eine der schlimmsten Formen von Zeitverschwendung. Warum zum Teufel höre ich mir so einen Schiet an?
Der flotte Black/Thrash/Heavy der Südamerikaner ist an sich nicht superschrecklich, aber so unspannend, dass die Scheibe sehr schnell sehr anstrengend wird. Normalerweise ist es ja ein Lob, wenn man einer Band bescheinigt, keine allzu offensichtlichen Vorbilder zu haben. Im Falle Ayahuaira hätten jedoch ein paar geschickt geliehene Riffs Wunder bewirken können und "Wanka Belica" mindestens hundert Mal interessanter gemacht. Bleibt die Möglichkeit, dass man sich tatsächlich anderswo bedient, dabei aber nur Sachen hat mitgehen lassen, die die Originale selbst gern vergessen würden. Ungefähr so klingt das Ganze dann auch, und genau das macht es schwer, relevante Vergleiche zu finden: Irgendetwas Charaktervolles hat seinen Weg schlicht nicht auf dieses Album gefunden.
Als Trostpflaster würde ich gern behaupten können, das Ayahuaira sicher live ordentlich abräumen, aber was die Band in dieser Richtung selbst ins Netz gestellt hat, lässt derlei Aussagen nicht zu. Wenn überhaupt möglich, dann sind die Peruaner auf der Bühne noch dröger als von der Konserve. Es ist sicher nicht schön, eine Band aus irgendeinem Bergdorf vom anderen Ende der Welt so abzufertigen, denn Aufwand hat man fraglos betrieben. Wenn nur das Ergebnis nicht gar so schröcklich wäre. |
|