TEMPEST

Solace (EP 2012)


Die Vermischung von (Post-)HC und BM ist einer der interessanteren Trends der letzten Zeit. Beziehungsweise genauer gesagt die graduelle Schwarzmetallisierung von HC-Bands, denn das scheint die vorherrschende Entwicklungsrichtung zu sein. Und Truppen wie Tombs oder Celeste sind auch gar nicht übel, allerdings habe ich bisher noch nichts gefunden, was mich wirklich umgehauen hätte. Dabei liegt die Betonung auf "bisher", denn was Tempest auf ihrer "Solace"-EP fabrizieren, hat dann doch die Kinnlade zum Runterklappen bewegt.
"Solace", das sind zehn Minuten wütendes HC-Geholze und ausschweifend-malerische, mitunter ziemlich mächtige Postgitarren, hier besinnliche leise Momente und dort unwiderstehliche Klangwalze. Das ist alles perfekt gemacht, dramatisch erstklassig inszeniert, zwingend präsentiert - vermittelt aber trotzdem den Eindruck von spontanem Ausbruch und unmittelbarer Gewalt. Und das alles mit großartigen Melodien und Gänsehautatmosphäre. Eine Haudrauf-Version von Light Bearer, nur eben ganz anders.
Ich will jetzt nicht darüber spekulieren, was der HC dem BM geben könnte oder umgekehrt. Wichtiger ist, was Tempest uns gegeben haben. Ist das Punk? Gehört das hierhin? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Für mich persönlich ist "Solace" die beeindruckendste EP seit "A Darker Shade Of Evil" und "För Dem Mitt Blod". Musik, die meine Welt bewegt. DAS zählt.

10 /10

Official Website

Vitriol Records

Forged In Iron

 

Erik
24.03.2012