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Post. Schon wieder. Doch immerhin nervt das Ganze heutzutage nicht mehr ganz so sehr, schließlich gibt's hin und wieder recht passable Sachen. Einen Originalitätspreis kann man mit dieser Schublade aber auch nicht gewinnen. Nein, irgendwie ist Post der Depri-BM unseres Jahrzehntes. Sicher, zwischen Alcest und Beyond Terror Beyond Grace ziemlich vielfältig, aber ich behaupte ganz einfach mal, dass die gleichen Gören, die heute Rotz wie Thränenkind hören, sich vor zehn Jahren in der Gruftidisco Myspace-Depri gewünscht hätten. Der gleiche Scheiß in neuen Tüten.
In der Post-BM-Normalität des Jahres 2012 sind The Great Old Ones in jeder Beziehung Mittelmaß: nicht sonderlich extrem, aber auch nicht komplett weichgespült; nicht superschlecht, aber letztendlich auch nicht gerade spannend. Es gibt Klangmalerei, postige Gitarrenwände, getragenes Tempo, viele geradezu verträumte Abschnitte. Selbst an sich schnelle Sachen wirken dank flauschiger Produktion wenig aggressiv. Auf Hits oder Ohrwürmer wird verzichtet, stattdessen bieten die Franzosen gefällige, ziemlich atmosphärische Musik. Die taugt dank allgemeiner Harmlosigkeit am ehesten zur Hintergrundbeschallung, auch wenn eine gewisse ziellose Verspielt- bzw. Zerfahrenheit, die während der zweiten Albumhälfte bisweilen durchbricht, dem Ambientcharakter von "Al Azif" etwas schadet.
TGOO sind Altar of Plagues mit jeder Menge Weichzeichner, ein unscharfes Abbild, ohne Ecken und Kanten. Sicher, das Ganze ist professionell gemacht und so, aber unterm Strich ziemlich überflüssig. Zweifellos wird "Al Azif" seine Abnehmer finden, doch ansonsten gilt hier, was für alle anderen Modeerscheinungen auch gilt: In zehn oder fünfzehn Jahren wird sich an diese Scheibe keine Sau mehr erinnern. Und das ist auch gut so. |
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